Vancomycin
Vancocin®Vancomycin®
Antibiotika – Glykopeptide & Lipopeptide
Glykopeptid
Indikation
i.v.: schwere grampositive Infekte/MRSA – komplizierte Haut-/Weichteil-, Knochen-/Gelenkinfekte, Pneumonie (CAP/HAP), infektiöse Endokarditis, assoziierte Bakteriämie, Endokarditis-Prophylaxe; oral: nur C.-difficile-Infektion
Dosierung
i.v.: 15–20 mg/kg alle 8–12h (max 2g/Dosis; schwer krank Loading 25–30 mg/kg), Talspiegel-gesteuert; oral: 125mg 4x/d (nur C. difficile, nicht systemisch wirksam)
Nebenwirkungen
Häufig (13)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Alaninaminotransferase erhöht, Aspartataminotransferase erhöht, Blutdruckabfall, Dyspnoe, Exanthem, Juckreiz, Nierenschädigung, manifestiert vor allem durch erhöhte Serumkreatinin- und Serumharnstoff-Konzentrationen, Phlebitis, Rötung des Oberkörpers und des Gesichts, Rötung von Oberkörper und Gesicht ("Red-Man-Syndrom"), Schleimhautentzündung, Stridor, Urtikaria
Gelegentlich (1)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Vorübergehender oder bleibender Hörverlust
Selten (17)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Agranulozytose, Akutes Nierenversagen, Anaphylaktische Reaktionen, Arzneimittelfieber, Eosinophilie, Interstitielle Nephritis, Panzytopenie, Schmerzen und Muskelspasmen der Brust- und Rückenmuskulatur, Schwindel, Schüttelfrost, Thrombozytopenie, Tinnitus, Vaskulitis, Vertigo, Vorübergehende Neutropenie, Übelkeit, Überempfindlichkeitsreaktionen
Sehr selten (6)
— < 1/10.000
Exfoliative Dermatitis, Herzstillstand, Lineare IgA-bullöse Dermatose, Pseudomembranöse Enterokolitis, Stevens-Johnson-Syndrom, Toxische epidermale Nekrolyse (TEN)
Nicht bekannt (7)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
AGEP (Akute generalisierte exanthematische Pustulose), Akute Tubulusnekrose, Diarrhö, Eosinophilie und systemische Symptome (DRESS Syndrom), Erbrechen, Hämolytische Anämie, Kounis-Syndrom
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit; Vorsicht/Spiegelmonitoring bei Niereninsuffizienz und gleichzeitigen nephro-/ototoxischen Mitteln
Wechselwirkungen
Aminoglykoside (Nephro- & Ototoxizität↑↑!); Schleifendiuretika (Ototoxizität↑); andere nephrotoxische Mittel (Ciclosporin, NSAR, Kontrastmittel)
Wirkungsmechanismus
Glykopeptid; bindet D-Ala-D-Ala-Endgruppen der Peptidoglykan-Vorstufen → Zellwandsynthese↓; bakterizid; wirksam gegen grampositive inkl. MRSA
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Talspiegel-gesteuert! Leicht–mittel: Anfangsdosis nicht reduzieren; CrCl 20–49: ggf. alle 24h; schwere NI: Intervall verlängern statt Dosis senken; schlecht dialysierbar
Schwangerschaft & Stillzeit
Keine ausreichenden Erfahrungen in der Schwangerschaft; Tierversuche ohne Hinweis auf Entwicklungsschäden. Vancomycin passiert die Plazenta, ein potenzielles Risiko embryonaler/neonataler Oto- und Nephrotoxizität ist nicht auszuschließen — nur wenn unbedingt erforderlich und nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung. Hinweis: In der Schwangerschaft können höhere Dosen nötig sein, um therapeutische Spiegel zu erreichen. Stillzeit: geht in die Muttermilch über — nur wenn andere Antibiotika versagt haben; beim Säugling Störung der Darmflora mit Diarrhö, Sprosspilzbesiedlung und Sensibilisierung möglich.
Halbwertszeit
4–6 h
Wirkstoffpeak (tmax)
oral: systemisch nicht relevant (kaum Resorption)
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Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Leitlinien und medizinische Fachkräfte zu konsultieren.
Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.