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Tranexamsäure

AMCHACyklokapron®Tranexamsäure Eberth
Akutmedizin / Notfallmedikamente
Antifibrinolytikum
Indikation
Prophylaxe und Behandlung von Blutungen aufgrund generalisierter oder lokaler Fibrinolyse bei Erwachsenen und Kindern ab 1 Jahr (u.a. Menorrhagie, gastrointestinale Blutung, Blutung nach Prostata- oder HNO-Eingriffen, kardiovaskuläre und abdominelle Operationen, Blutung unter Fibrinolytika)
Dosierung
Lokale Fibrinolyse: 0,5–1g langsam i.v. (max. 1ml/min) 2–3×tgl. Generalisierte Fibrinolyse: 1g alle 6–8h (≈15mg/kg). Trauma (CRASH-2, off-label): 1g über 10min, anschließend 1g über 8h (= 125mg/h). Kinder ab 1 Jahr: ca. 20mg/kg/d. NUR intravenös, niemals intramuskulär oder intrathekal
Nebenwirkungen
Häufig (3) — ≥ 1/100 bis < 1/10
Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit
Gelegentlich (1) — ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Allergische Dermatitis
Nicht bekannt (9) — auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Anaphylaxie, Arterielle Thrombosen, Beeinträchtigtes Farbsehen, Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle, Sehstörungen, Unwohlsein mit Hypotonie, Venöse Thrombosen, Überempfindlichkeitsreaktionen
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit; akute venöse oder arterielle Thrombose; fibrinolytische Zustände nach Verbrauchskoagulopathie (außer bei führender Hyperfibrinolyse mit akuter schwerer Blutung); schwere Niereninsuffizienz (Kumulationsgefahr); Krampfanfälle in der Anamnese; intrathekale, epidurale, intraventrikuläre und intrazerebrale Anwendung
Wechselwirkungen
Gleichzeitige Antikoagulation nur unter strikter fachärztlicher Kontrolle. Vorsicht bei allen auf die Hämostase wirkenden Substanzen. Orale Kontrazeptiva und Östrogene: theoretisch erhöhtes Thromboserisiko. Thrombolytika antagonisieren die antifibrinolytische Wirkung. Nicht mit Blut oder penicillinhaltigen Infusionslösungen mischen.
Wirkungsmechanismus
Antifibrinolytikum. Bindet kompetitiv an die Lysin-Bindungsstellen des Plasminogens und blockiert dessen Anlagerung an Fibrin — der Plasmin-Tranexamsäure-Komplex wirkt deutlich schwächer fibrinolytisch als freies Plasmin.
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Serumkreatinin 120–249µmol/l: 10mg/kg alle 12h. 250–500µmol/l: 10mg/kg alle 24h. >500µmol/l: 5mg/kg alle 24h. Schwere Niereninsuffizienz: kontraindiziert. Leberfunktionsstörung: keine Anpassung erforderlich.
Schwangerschaft & Stillzeit
Schwangerschaft: im 1. Trimenon vorsichtshalber nicht empfohlen; im 2. und 3. Trimenon keine Hinweise auf fetale Schädigung. Nur anwenden, wenn der erwartete Nutzen das potenzielle Risiko rechtfertigt. Plazentagängig. Stillzeit: Übergang in die Muttermilch (etwa 1/100 der Serumkonzentration) — Stillen wird nicht empfohlen.
Halbwertszeit
ca. 3 h
Wirkstoffpeak (tmax)
i.v.: rasch nach Kurzinfusion
Fachinformation öffnen ↗ Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.