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Tobramycin

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Antibiotika – Aminoglykoside
Aminoglykosid
Indikation
Schwere Infektionen durch Tobramycin-empfindliche Erreger, wenn weniger toxische Antibiotika nicht wirksam sind: nosokomiale Infektionen der unteren Atemwege einschließlich schwerer Pneumonien, Haut- und Weichteilinfektionen (auch schwere Verbrennungen), Exazerbationen bei zystischer Fibrose und Pseudomonas-Besiedlung, komplizierte und rezidivierende Harnwegsinfektionen, intraabdominelle Infektionen. Meist in Kombination mit einem Beta-Laktam oder einem Anaerobier-wirksamen Antibiotikum
Dosierung
3 mg/kg KG pro Tag i.v. oder i.m. — als Einmalgabe oder 1 mg/kg alle 8 h (schwere Infektionen, ab 12 Jahren) Bis 5 mg/kg KG/Tag bei lebensbedrohlichen Infektionen, sobald klinisch vertretbar wieder reduzieren Zystische Fibrose: 8–10 mg/kg KG/Tag nötig — veränderte Pharmakokinetik, Serumspiegel überwachen Kinder ab 1 Woche bis 12 Jahre: 6–7,5 mg/kg KG/Tag als Einmalgabe oder 2–2,5 mg/kg alle 8 h Einmalgabe bevorzugt (konzentrationsabhängige Wirkung, postantibiotischer Effekt, geringere Anreicherung in der Nierenrinde) — ausgenommen bei Immunsuppression, schwerer Niereninsuffizienz, zystischer Fibrose, Aszites, Verbrennungen über 20 % der Körperoberfläche und in der Schwangerschaft. Kurzinfusion über 30–60 Minuten in 50–100 ml
Nebenwirkungen
Häufig (6) — ≥ 1/100 bis < 1/10
Anstieg von AST und ALT, Cochleäre und vestibuläre Störungen (bei eingeschränkter Nierenfunktion), Eingeschränkte Nierenfunktion (bei eingeschränkter Nierenfunktion), Eosinophilie, Schmerzen und Lokalreaktionen an der Injektionsstelle, Thrombophlebitis
Gelegentlich (13) — ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Anstieg der Laktatdehydrogenase, Anstieg der alkalischen Phosphatase, Anstieg des Serumbilirubins, Anämie, Cochleäre und vestibuläre Störungen (bei normaler Nierenfunktion), Eingeschränkte Nierenfunktion (bei normaler Nierenfunktion), Erbrechen, Granulozytopenie, Kopfschmerzen, Leukopenie, Leukozytose, Thrombozytopenie, Übelkeit
Selten (15) — ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Abnahme des Serum-Calciums, Abnahme des Serum-Kaliums, Abnahme des Serum-Magnesiums, Abnahme des Serum-Natriums, Anorexie, Asthenie, Durchfall, Fieber, Geschmacksstörungen, Lethargie, Orientierungslosigkeit, Schmerzen, Schwindel, Verwirrtheit, Überempfindlichkeitsreaktionen
Sehr selten (15) — < 1/10.000
Akutes Nierenversagen, Bauchschmerzen, Hautkribbeln, Krampfanfälle, Lymphadenopathie, Muskelzucken, Neuromuskuläre Blockade, Ohrenschmerzen, Orale Candidiasis, Parästhesien, Pilzinfektionen, Rückenschmerzen, Schwere Verlaufsformen von Überempfindlichkeitsreaktionen, Somnolenz, Unwohlsein
Nicht bekannt (11) — auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Benommenheit, Gesteigerter Speichelfluss, Gewichtsverlust, Haarverlust, Hypotonie oder Hypertonie, Infektionen der Atemwege, Lungenfibrose, Myalgie, Otitis media, Pseudomembranöse Kolitis, Superinfektion mit Tobramycin-resistenten Keimen
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Tobramycin, andere Aminoglykoside, Natriummetabisulfit oder sonstige Bestandteile; Myasthenia gravis; Bronchialasthma mit Sulfit-Überempfindlichkeit
Wechselwirkungen
Muskelrelaxanzien vom nicht depolarisierenden Typ, Botulinumtoxin, Ether und größere Mengen Citratblut verstärken die neuromuskuläre Blockade — besonders während und unmittelbar nach Operationen. Kalziumsalze können die Blockade aufheben. Methoxyfluran-Anästhesie: schwerste Nephropathien möglich. Andere nephro- oder ototoxische Arzneimittel verstärken die Toxizität; Schleifendiuretika ebenso
Wirkungsmechanismus
Aminoglykosid; bindet an die 30S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms, stört die Proteinbiosynthese — bakterizid und konzentrationsabhängig mit ausgeprägtem postantibiotischem Effekt. Schwerpunkt gramnegativ; gegenüber Gentamicin etwas stärker gegen Pseudomonas aeruginosa. Keine Wirkung gegen Anaerobier und im sauren, sauerstoffarmen Milieu; synergistisch mit Beta-Laktamen
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Initialdosis 1 mg/kg KG, danach zwei Wege: · Schema 1 — verringerte Dosis alle 8 Stunden · Schema 2 — gleiche Dosis, verlängertes Intervall Richtwerte bei normaler Funktion (CrCl ≥ 70 ml/min): 60 mg (50–60 kg) bzw. 80 mg (60–80 kg) alle 8 Stunden; bei CrCl 69–40 entsprechend 30–60 bzw. 50–80 mg. Ohne Möglichkeit der Spiegelbestimmung nach Serum-Kreatinin oder Kreatinin-Clearance anpassen — beide korrelieren gut mit der Halbwertszeit. Serumspiegel und Nierenfunktion engmaschig überwachen
Schwangerschaft & Stillzeit
Keine ausreichenden Daten; Tierstudien ohne Hinweis auf Teratogenität. Aminoglykoside können bei hohen systemischen Konzentrationen fetale Schäden verursachen — angeborene Taubheit und Nephrotoxizität. Nur bei strenger Indikationsstellung anwenden; nach Exposition Hör- und Nierenfunktion des Neugeborenen prüfen. Stillzeit: Übertritt in die Muttermilch in geringen Mengen.
Halbwertszeit
ca. 2–3 h
Wirkstoffpeak (tmax)
i.m.: 30–60 min
Fachinformation öffnen ↗ Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.