Teicoplanin
Teicoplanin
Antibiotika – Glykopeptide & Lipopeptide
Glykopeptid
Indikation
Parenteral bei Erwachsenen und Kindern ab Geburt: komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen, Knochen- und Gelenkinfektionen, nosokomiale und ambulant erworbene Pneumonie, komplizierte Harnwegsinfektionen, infektiöse Endokarditis, CAPD-assoziierte Peritonitis, Bakteriämie im Rahmen dieser Infektionen. Oral als Alternative bei Diarrhö und Kolitis durch Clostridioides difficile
Dosierung
Aufsättigung 6 mg/kg KG i.v. oder i.m. alle 12 h für 3 Gaben, dann 6 mg/kg 1× täglich — Haut/Weichteile, Pneumonie, komplizierte Harnwegsinfektion
12 mg/kg alle 12 h für 3–5 Gaben, dann 12 mg/kg 1× täglich — Knochen- und Gelenkinfektionen sowie infektiöse Endokarditis (mindestens 21 Tage)
Oral bei C.-difficile-Infektion: 100–200 mg 2× täglich für 7–14 Tage
Kinder ab 12 Jahren wie Erwachsene; 2 Monate bis 12 Jahre 10 mg/kg alle 12 h für 3 Gaben, dann 6–10 mg/kg 1× täglich; Neugeborene und Säuglinge bis 2 Monate 16 mg/kg am ersten Tag, dann 8 mg/kg 1× täglich
Behandlungsdauer höchstens 4 Monate. Talspiegel überwachen: mindestens 15 mg/l (FPIA) bei den meisten Infektionen, 30–40 mg/l bei Endokarditis und schweren Infektionen; in der Erhaltungsphase wöchentlich kontrollieren
Nebenwirkungen
Häufig (5)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Erythem, Exanthem, Fieber, Juckreiz, Schmerzen
Gelegentlich (18)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Anaphylaktische Reaktionen, Anstieg der alkalischen Phosphatase im Serum, Bronchospasmus, Diarrhö, Eosinophilie, Erbrechen, Erhöhte Transaminasenwerte, Erhöhter Serumkreatininwert, Hörverlust, Kopfschmerzen, Leukopenie, Phlebitis, Schwindel/Benommenheit, Taubheit, Thrombozytopenie, Tinnitus, Vestibuläre Störung, Übelkeit
Selten (2)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Abszess, Rötung des Oberkörpers ("Red-Man-Syndrom")
Nicht bekannt (18)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Abszess an der Injektionsstelle, Agranulozytose, Akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Anaphylaktischer Schock, Angioödem, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom), Erythema multiforme, Exfoliative Dermatitis, Krampfanfälle, Neutropenie, Niereninsuffizienz einschließlich akutem Nierenversagen, Panzytopenie, Schüttelfrost (Rigor), Stevens-Johnson-Syndrom, Superinfektion durch nicht empfindliche Erreger, Thrombophlebitis, Toxische epidermale Nekrolyse, Urtikaria
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Teicoplanin oder sonstige Bestandteile
Wechselwirkungen
Keine Wechselwirkungsstudien. Teicoplanin- und Aminoglykosidlösungen sind inkompatibel und dürfen nicht gemischt werden (in Dialyseflüssigkeit dagegen verträglich). Vorsicht bei gleichzeitiger oder anschließender Gabe nephro-, neuro- oder ototoxischer Substanzen: Aminoglykoside, Colistin, Amphotericin B, Ciclosporin, Cisplatin, Furosemid, Etacrynsäure
Wirkungsmechanismus
Glykopeptid; hemmt die Zellwandsynthese über Bindung an das D-Alanyl-D-Alanin-Ende der Peptidoglykan-Vorstufen — derselbe Angriffspunkt wie Vancomycin. Wirkt ausschließlich gegen grampositive Erreger einschließlich MRSA und Enterokokken. Gegenüber Vancomycin: lange Halbwertszeit, daher einmal tägliche Gabe, auch intramuskulär möglich, und seltener Infusionsreaktionen
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Bis zum 4. Behandlungstag keine Anpassung, danach nach Talspiegel steuern:
CrCl 30–80 ml/min: Erhaltungsdosis halbieren — entweder jeden zweiten Tag die volle Dosis oder täglich die halbe
CrCl < 30 ml/min und Hämodialyse: ein Drittel der Normaldosis — jeden dritten Tag die volle Dosis oder täglich ein Drittel
Teicoplanin wird durch Hämodialyse nicht eliminiert.
CAPD: nach einmaliger i.v. Initialdosis von 6 mg/kg in der 1. Woche 20 mg/l je Beutel, in der 2. Woche jeder zweite Beutel, in der 3. Woche nur der Nachtbeutel
Schwangerschaft & Stillzeit
Keine oder sehr begrenzte Erfahrungen; im Tierversuch bei hohen Dosen Reproduktionstoxizität mit vermehrten Totgeburten und neonataler Mortalität. Nicht anwenden, es sei denn eindeutig erforderlich — eine Schädigung von Innenohr und Nieren des Fötus ist nicht auszuschließen. Stillzeit: Übergang in die Muttermilch beim Menschen nicht bekannt.
Halbwertszeit
100–170 h
Wirkstoffpeak (tmax)
i.m.: 2 h
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Zuletzt aktualisiert: 12.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.