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Quetiapin

QuetialanQuetialan 4 Tage StartpackungQuetialan XRQueximaSeroquel XRSeroquel®
Psychiatrie – Antipsychotika & Anxiolytika
Atypisches Antipsychotikum
Indikation
Schizophrenie, bipolare Störung (Manie + Depression), Augmentation bei Depression, Unruhe/Schlafstörungen (off-label, niedrige Dosis)
Dosierung
Schizophrenie (2×/d): Tag 1: 50 mg/d · Tag 2: 100 mg/d · Tag 3: 200 mg/d · Tag 4: 300 mg/d · ab Tag 5: Anpassung auf übliche Wirkdosis 300–450 mg/d (Bereich 150–750 mg/d je nach Ansprechen/Verträglichkeit). Manische Episoden (bipolar, 2×/d): Tag 1: 100 mg/d · Tag 2: 200 mg/d · Tag 3: 300 mg/d · Tag 4: 400 mg/d · bis Tag 6 weiter auf bis zu 800 mg/d (Schritte ≤200 mg/d); Bereich 200–800 mg/d, übliche Wirkdosis 400–800 mg/d. Depressive Episoden (bipolar, 1×/d abends): Tag 1: 50 mg/d · Tag 2: 100 mg/d · Tag 3: 200 mg/d · Tag 4: 300 mg/d · empfohlene Tagesdosis 300 mg/d (600 mg ohne Zusatznutzen, nur Einzelfälle; >300 mg nur durch erfahrene Ärzte; ggf. Reduktion auf min. 200 mg bei Verträglichkeitsbedenken). Rückfallprävention (bipolar, 2×/d): Erhaltung mit der wirksamen Akutdosis fortsetzen; Bereich 300–800 mg/d, niedrigste wirksame Dosis anstreben. Ältere: vorsichtiger, langsamer titrieren und niedrigere Tagesdosis wählen (Clearance 30–50 % niedriger); bei bipolarer Depression >65 J. nicht untersucht Delir (off-label): 1–3× täglich 12,5–75 mg · vor allem bei Morbus Parkinson und atypischen Parkinson-Syndromen, weil extrapyramidal-motorische Nebenwirkungen seltener sind · niedrig beginnen und nach Wirkung titrieren · EKG-Kontrolle der QTc-Zeit · nach DGN-Leitlinie 030-006 (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen)
Nebenwirkungen
Sehr häufig (11) — ≥ 1/10
Abnahme des HDL-Cholesterins, Absetzsymptome, Erhöhung der Serumtriglyceridspiegel, Erhöhung des Gesamtcholesterins, Extrapyramidale Symptome, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Schwindel, Somnolenz, Verringerter Hämoglobinwert
Häufig (27) — ≥ 1/100 bis < 1/10
Abnahme der neutrophilen Granulozyten, Abnahme des Gesamt-T3, Abnahme des Gesamt-T4, Abnahme des freien T4, Anormale Träume und Albträume, Dysarthrie, Dyspepsie, Dyspnoe, Erbrechen, Erhöhung der Gamma-GT-Spiegel, Erhöhung der Serum-Alaninaminotransferasen (ALT), Erhöhung der eosinophilen Granulozyten, Erhöhung des Blutzuckerspiegels auf ein hyperglykämisches Niveau, Gesteigerter Appetit, Hyperprolaktinämie, Leukopenie, Milde Asthenie, Obstipation, Orthostatische Hypotonie, Palpitationen, Periphere Ödeme, Pyrexie, Reizbarkeit, Suizidgedanken und suizidales Verhalten, Tachykardie, Verschwommenes Sehen, Zunahme des TSH
Gelegentlich (23) — ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Abnahme der Blutplättchenzahl, Abnahme des freien T3, Allergische Hautreaktionen, Anämie, Bradykardie, Diabetes mellitus, Dysphagie, Erhöhung der Serum-Aspartat-aminotransferasen (AST), Harnretention, Hypersensibilität, Hyponatriämie, Hypothyreose, Krampfanfälle, Neutropenie, QT-Verlängerung, Rhinitis, Sexuelle Dysfunktion, Spätdyskinesie, Syndrom der unruhigen Beine, Synkope, Thrombozytopenie, Verschlechterung eines bestehenden Diabetes, Verwirrungszustand
Selten (18) — ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Agranulozytose, Darmverschluss, Erhöhung der Blutkreatinphosphokinase, Galaktorrhö, Gelbsucht, Hepatitis, Hypothermie, Ileus, Malignes neuroleptisches Syndrom, Menstruationsstörungen, Metabolisches Syndrom, Pankreatitis, Priapismus, Reden im Schlaf, Schlafbezogene Essstörungen, Schwellung der Brust, Somnambulismus, Venöse Thromboembolien
Sehr selten (5) — < 1/10.000
Anaphylaktische Reaktionen, Angioödeme, Rhabdomyolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, Unangemessene Sekretion des antidiuretischen Hormons
Nicht bekannt (9) — auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Erythema multiforme, Kardiomyopathie, Kutane Vaskulitis, Myokarditis, Schlaganfall, Toxische epidermale Nekrolyse
Kontraindikationen
Gleichzeitige starke CYP3A4-Inhibitoren, QT-Verlängerung
Wechselwirkungen
CYP3A4-Hemmer: Ketoconazol, Clarithromycin (Spiegel↑↑ — kontraindiziert!); Rifampicin (Spiegel↓↓); QT-verlängernde Mittel; Alkohol
Wirkungsmechanismus
Atypisches Antipsychotikum; D2- und 5-HT2A-Antagonist + H1-, α1-Blockade → antipsychotisch, sedierend; niedriges EPS-Risiko
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Keine Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz nötig (hepatische Metabolisierung)
Schwangerschaft & Stillzeit
Mäßige Daten (300–1000) ohne erhöhtes Fehlbildungsrisiko — nur wenn Nutzen die Risiken rechtfertigt. Im 3. Trimenon neonatale extrapyramidale/Entzugssymptome, Neugeborenes überwachen. Stillzeit: Milchexkretion inkonsistent — Nutzen-Risiko-Entscheidung.
Halbwertszeit
ca. 7 h aktiver Metabolit N-Desalkylquetiapin: ca. 12 h
Wirkstoffpeak (tmax)
oral retardiert: ca. 6 h
Fachinformation öffnen ↗ Zuletzt aktualisiert: 17.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.