Propylthiouracil
Prothiucil®
Endokrinologie – Schilddrüse & Nebenniere
Thyreostatikum
Indikation
Hyperthyreose, Morbus Basedow; OP-/Radiojod-Vorbereitung. Bevorzugt im 1. Trimenon der Schwangerschaft (statt Thiamazol)
Dosierung
Initial 100–300mg/d (schwer/nach Jodkontamination 300–600mg/d) verteilt auf 2–6 Dosen; Erhaltung 60–160mg/d; TSH/fT-Kontrolle
Nebenwirkungen
Sehr häufig (1)
— ≥ 1/10
Vorübergehende Erhöhung der Serumtransaminasen
Häufig (7)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Allergische Reaktionen der Haut, Erbrechen, Juckendes Exanthem, Magenunverträglichkeit, Nausea, Neutropenie ohne klinische Relevanz, Urtikaria
Gelegentlich (4)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Ageusie, Agranulozytose, Dysgeusie, Störungen des Geruchsempfindens
Selten (5)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Arthralgien ohne objektivierbare Gelenkentzündungszeichen, Arzneimittelfieber, Kopfschmerzen, Neuromuskuläre Störungen, Schwindel
Sehr selten (14)
— < 1/10.000
Alopezie, Gestörte Erythropoese, Hämolytische Anämie, Interstitielle Pneumonie, Lupus erythematodes-ähnliche Symptome, Lymphadenopathie, Panzytopenie, Periarteriitis nodosa, Periphere Ödeme, Positiver Coombs-Test, Strumabildung beim Neugeborenen, Thrombozytopenie, Vaskulitis, Vorübergehender Verlust des Hörvermögens
Nicht bekannt (2)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Hepatitis, Leberversagen
Kontraindikationen
Schwere Leberfunktionsstörung, substernale Struma, schwere Knochenmarkdepression, frühere schwere NW (Agranulozytose/Leberschaden) unter PTU
Wechselwirkungen
Antikoagulanzien (Wirkung↑ bei Besserung der Hyperthyreose); β-Blocker/Digitalis (Dosisanpassung bei Änderung der Stoffwechsellage)
Wirkungsmechanismus
Thyreostatikum; hemmt thyreoidale Peroxidase → Jodierung/Kopplung↓ → T3/T4-Synthese↓. Zusätzlich periphere Hemmung der T4→T3-Konversion (Vorteil bei thyreotoxischer Krise)
Dosierung bei Niereninsuffizienz
CrCl 10–50: Dosis -25%; CrCl <10: Dosis -50%
Schwangerschaft & Stillzeit
Hyperthyreose muss zum Schutz von Mutter und Fetus behandelt werden; leicht erhöhtes Fehlbildungsrisiko (vergleichbar mit unbehandelter Hyperthyreose), plazentagängig. Nur nach individueller Nutzen-Risiko-Bewertung in niedrigster wirksamer Dosis ohne Schilddrüsenhormon-Zusatz, engmaschige Überwachung von Mutter/Fetus/Neugeborenem. Stillzeit: möglich, besondere Überwachung des Kindes (Einzelfälle von Hypothyreose beschrieben).
Halbwertszeit
ca. 1–2 h
Wirkstoffpeak (tmax)
oral: 1–2 h
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Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.