Nitrofurantoin
Furadantin retardFuradantin®
Antibiotika – Sonstige
Harnwegsinfekt
Indikation
Akute unkomplizierte Zystitis der Frau; Reinfektionsprophylaxe/Suppression rezidivierender HWI (Reserve). Nicht bei Pyelonephritis, Prostatitis oder systemischen Infekten
Dosierung
Akut: 100mg retard 2x/d (5–7 Tage, max 7); Prophylaxe: 100mg abends (max 6 Monate); immer mit/nach Mahlzeit
Nebenwirkungen
Sehr häufig (7)
— ≥ 1/10
Angioneurotisches Ödem, Arzneimittelfieber, Ataxie, Nausea, Nystagmus, Pruritus, Urtikarielle Hautveränderungen
Häufig (6)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Allergisches Lungenödem, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Interstitielle Pneumonie, Kopfschmerzen, Übelkeit
Gelegentlich (2)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Anstieg der Transaminasen, Reversible Cholestase bis zur chronisch aktiven oder granulomatösen Hepatitis
Selten (5)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Depression, Diarrhoe, Euphorie, Psychotische Reaktionen, Verwirrtheit
Sehr selten (18)
— < 1/10.000
Agranulozytose, Akute hämolytische Anämie, Anaphylaktischer Schock, Asthmaanfälle, Autoimmunreaktionen (Lupus-ähnliche Syndrome), Beeinflussung der Knochenmarksfunktion, Eosinophilie, Kristallurie, Lungenfibrose, Lyell-Syndrom, Neutropenie, Pankreatitis infolge Reexposition, Panzytopenie, Periphere Polyneuropathien mit Parästhesie und Sensibilitätsminderung, Reversible Hemmung der Spermatogenese, Stevens-Johnson-Syndrom, Thrombozytopenie, Transitorische Alopezie
Nicht bekannt (3)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Aplastische Anämie, Erhöhung des intrakraniellen Drucks, Lebernekrosen mit tödlichem Leberversagen
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit (Nitrofurane); eGFR <45; Oligurie/Anurie; pathologische Leberwerte; G6PD-Mangel; Polyneuropathie; letztes Trimenon; Säuglinge <3 Monate
Wechselwirkungen
Magnesiumsalze/Antazida (Resorption↓); Probenecid/Sulfinpyrazon (Toxizität↑, Wirkung↓); Chinolone (Antagonismus)
Wirkungsmechanismus
Wird intrazellulär zu reaktiven Intermediaten reduziert → schädigt DNA, Ribosomen und Zellwand gleichzeitig; bakterizid; nur im Urin wirksam
Dosierung bei Niereninsuffizienz
eGFR <45: kontraindiziert (unzureichender Harnspiegel + Toxizität)
Schwangerschaft & Stillzeit
Keine hinreichenden Humandaten, im Tierversuch Reproduktionstoxizität; nur nach sorgfältiger Risikoabwägung und in niedrigster geeigneter Dosis. Im letzten Trimenon sowie um Wehen/Geburt kontraindiziert (Gefahr der hämolytischen Anämie beim Neugeborenen), ebenso bei Neugeborenen/Frühgeborenen und Säuglingen bis zum Ende des 3. Lebensmonats. Stillzeit: Nitrofurantoin geht in die Muttermilch über — soll in der Stillzeit nicht angewendet werden.
Halbwertszeit
20–60 min
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Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Leitlinien und medizinische Fachkräfte zu konsultieren.
Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.