Naloxon
FORVELNaloxonNyxoid
Akutmedizin / Notfallmedikamente
Antidot
Indikation
Opioid-Überdosierung (Atemdepression); Antidot bei opioidinduzierter Atemdepression/Sedierung; diagnostisch bei V.a. Opioid-Intoxikation
Dosierung
0,4–2mg i.v./i.m./s.c., alle 2–3 min wiederholen bis Atmung suffizient (diagnostisch max. 10mg).
Postoperativ: fraktioniert 0,1–0,2mg i.v. alle 2–3 min.
Ggf. Infusion 0,1–0,4mg/h
Nebenwirkungen
Sehr häufig (1)
— ≥ 1/10
Übelkeit
Häufig (7)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Benommenheit, Erbrechen, Hypertonie, Hypotonie, Kopfschmerz, Postoperative Schmerzen, Tachykardie
Gelegentlich (9)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Arrhythmien, Bradykardie, Durchfall, Hyperventilation, Irritation der Gefäßwände, Lokale Reizung und Entzündung, Schwitzen, Trockener Mund, Zittern
Selten (2)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Krämpfe, Spannungen
Sehr selten (10)
— < 1/10.000
Allergische Reaktionen, Anaphylaktischer Schock, Angioödem, Dyspnoe, Erythema multiforme, Herzstillstand, Kammerflimmern, Lungenödem, Rhinitis, Urtikaria
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit (bei lebensbedrohlicher Opioid-Intox faktisch keine KI)
Wechselwirkungen
Hebt Wirkung aller Opioide auf; bei Buprenorphin nur unvollständig antagonisierbar (5–10mg nötig, verzögert)
Wirkungsmechanismus
Kompetitiver Antagonist an µ-/κ-/δ-Opioidrezeptoren → hebt Opioidwirkung auf. Kürzere HWZ als die meisten Opioide → Rebound-Atemdepression möglich, Nachinjektion/Überwachung nötig
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Keine Dosisanpassung notwendig
Schwangerschaft & Stillzeit
Keine hinreichenden Daten, im Tierversuch reproduktionstoxisch — nicht in der Schwangerschaft anwenden außer eindeutig erforderlich; kann bei opioidabhängigen Schwangeren neonatale Entzugssymptome auslösen. Unter der Geburt zur Aufhebung einer opioidbedingten neonatalen Atemdepression einsetzbar. Stillzeit: Milchübergang unbekannt — 24 h pausieren.
Halbwertszeit
i.v.: ca. 70 min
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Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.