Moxifloxacin
Avelox®Moxifloxacin
Antibiotika – Fluorchinolone
Fluorchinolon
Indikation
Ab 18 Jahren, jeweils nur wenn die üblicherweise empfohlenen Antibiotika als ungeeignet erachtet werden: akute bakterielle Sinusitis, akute Exazerbation einer chronischen Bronchitis oder COPD, ambulant erworbene Pneumonie (außer schwere Formen), leichte bis mäßig schwere entzündliche Erkrankungen des Beckens (nicht als Monotherapie — wegen zunehmender Gonokokken-Resistenz mit einem Cephalosporin kombinieren)
Dosierung
400 mg oral 1× täglich, unabhängig von den Mahlzeiten, unzerkaut schlucken
Dauer: akute Exazerbation einer chronischen Bronchitis/COPD 5–10 Tage · ambulant erworbene Pneumonie 10 Tage · akute bakterielle Sinusitis 7 Tage · entzündliche Erkrankungen des Beckens 14 Tage
Kontraindiziert unter 18 Jahren
Nebenwirkungen
Häufig (9)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Benommenheit/Schwindel, Durchfall, Erbrechen, Gastrointestinale und abdominale Schmerzen, Kopfschmerzen, QT-Verlängerung bei Patienten mit Hypokaliämie, Superinfektionen durch resistente Bakterien oder Pilze (z. B. orale und vaginale Candidose), Transaminasenanstieg, Übelkeit
Gelegentlich (41)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Allergische Reaktionen, Allgemeines Unwohlsein, überwiegend Asthenie oder Müdigkeit, Amylaseanstieg, Angstzustände, Anstieg der alkalischen Phosphatase, Anämie, Arthralgie, Bilirubinanstieg, Blähungen, Dehydratation, Dyspepsie, Dyspnoe einschließlich asthmatischer Zustände, Eosinophilie, Gamma-GT-Anstieg, Gastritis, Geschmacksstörungen, Hauttrockenheit, Hyperlipidämie, Leberfunktionsstörung einschließlich LDH-Anstieg, Leukopenie, Myalgie, Neutropenie, Obstipation, Parästhesien und Dysästhesien, Pruritus, Psychomotorische Hyperaktivität/Agitation, QT-Verlängerung, Rash, Schlafstörungen, überwiegend Insomnie, Schläfrigkeit, Schmerzzustände einschließlich Rücken-, Brustkorb-, Becken- und Extremitätenschmerzen, Sehstörungen einschließlich Diplopie und verschwommenem Sehen, Thrombozytopenie, Thrombozytose, Urtikaria, Vasodilatation, Verlängerte Prothrombinzeit / INR-Anstieg, Verminderter Appetit und verminderte Nahrungsaufnahme, Vertigo, Verwirrtheit und Desorientiertheit, Zittern
Selten (26)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Anaphylaxie einschließlich lebensbedrohlichem Schock, Anormale Träume, Antibiotikaassoziierte Kolitis einschließlich pseudomembranöser Kolitis, Beeinträchtigung des Hörvermögens einschließlich Taubheit, üblicherweise reversibel, Depression, in sehr seltenen Fällen bis zur Selbstgefährdung mit Suizidgedanken oder Suizidversuchen, Dysphagie, Emotionale Labilität, Geruchsstörungen einschließlich Geruchsverlust, Hepatitis, überwiegend cholestatisch, Hyperglykämie, Hypertonie, Hyperurikämie, Hypotonie, Hypästhesie, Ikterus, Koordinationsstörungen einschließlich Gangunsicherheit, Krämpfe einschließlich Grand-Mal-Anfällen, Nierenfunktionsstörung einschließlich Blutharnstoff- und Kreatininanstieg, Nierenversagen, Photophobie, Stomatitis, Synkope, Tendinitis, Tinnitus, Ventrikuläre Tachyarrhythmien, Ödeme
Sehr selten (16)
— < 1/10.000
Agranulozytose, Anstieg des Prothrombinspiegels / INR-Abfall, Bullöse Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse, Fulminante Hepatitis, möglicherweise bis zum lebensbedrohlichen Leberversagen, Hyperästhesie, Hypoglykämie, Hypoglykämisches Koma, Panzytopenie, Persönlichkeitsverlust, Psychotische Reaktionen, möglicherweise bis zur Selbstgefährdung mit Suizidgedanken oder Suizidversuchen, Sehnenruptur, Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH), Torsade de Pointes, Unspezifische Arrhythmien, Vaskulitis, Vorübergehender Verlust des Sehvermögens
Nicht bekannt (3)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom), Rhabdomyolyse
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Moxifloxacin oder andere Chinolone; Schwangerschaft und Stillzeit; unter 18 Jahren; Sehnenerkrankungen nach früherer Chinolontherapie. Wegen QT-Verlängerung zusätzlich: angeborene oder erworbene QT-Verlängerung, Elektrolytstörungen (besonders unkorrigierte Hypokaliämie), klinisch relevante Bradykardie, Herzinsuffizienz mit reduzierter EF, symptomatische Rhythmusstörungen in der Vorgeschichte; Leberinsuffizienz Child-Pugh C oder Transaminasen > 5× oberer Normwert
Wechselwirkungen
Kontraindiziert mit anderen QT-verlängernden Arzneimitteln: Antiarrhythmika der Klassen IA und III, Antipsychotika, trizyklische Antidepressiva, Saquinavir, Erythromycin i.v., Pentamidin, Halofantrin, Terfenadin, Astemizol, Mizolastin, Cisaprid, Bepridil. Vorsicht bei kaliumsenkenden Substanzen (Schleifen- und Thiaziddiuretika, Laxanzien, Kortikoide, Amphotericin B) und bei Bradykardie-Auslösern. Zwei- und dreiwertige Kationen (Antazida mit Magnesium oder Aluminium, Eisen, Zink, Sucralfat, Didanosin): Abstand von etwa 6 Stunden einhalten
Wirkungsmechanismus
Fluorchinolon der 4. Generation; hemmt DNA-Gyrase und Topoisomerase IV, bakterizid. Breites Spektrum mit guter Wirkung gegen grampositive Erreger einschließlich Pneumokokken, gegen atypische Erreger und — anders als die älteren Chinolone — auch gegen Anaerobier. Keine Wirkung gegen Pseudomonas aeruginosa. Überwiegend hepatische Elimination, daher keine Anpassung bei Niereninsuffizienz
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Keine Dosisanpassung bei leichter bis schwerer Niereninsuffizienz und bei Dialyse (Hämodialyse, CAPD) — Moxifloxacin wird überwiegend hepatisch eliminiert.
Leber: kontraindiziert bei Child-Pugh C und bei Transaminasen über dem Fünffachen des oberen Normwerts; für leichtere Einschränkungen keine ausreichenden Daten
Schwangerschaft & Stillzeit
Kontraindiziert. Keine Erkenntnisse beim Menschen; im Tierversuch Reproduktionstoxizität, dazu das für Fluorchinolone bekannte Risiko von Knorpelschäden an gewichtstragenden Gelenken. Stillzeit: ebenfalls kontraindiziert — im Tierversuch Übertritt in die Milch.
Halbwertszeit
ca. 12 h
Wirkstoffpeak (tmax)
oral: 0,5–4 h
Fachinformation öffnen ↗
Zuletzt aktualisiert: 12.09.2026
⚠️ Haftungsausschluss: Alle Informationen auf AccessMed wurden nach
bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Trotz sorgfältiger Recherche können Fehler, Unvollständigkeiten oder
veraltete Angaben nicht ausgeschlossen werden. Die Inhalte ersetzen keine professionelle
medizinische oder pharmazeutische Beratung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben
wird keine Haftung übernommen. Im Zweifelsfall sind stets aktuelle Fachinformationen,
Leitlinien und medizinische Fachkräfte zu konsultieren.
Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.