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Morphin

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Analgesie – Starke Opioide
Opioid
Indikation
Starke bis sehr starke Schmerzen (WHO Stufe 3), akutes Koronarsyndrom, Lungenödem
Dosierung
Basismedikation: i.v./s.c.: 2,5-10mg 1-1-1-1; Bedarfsmedikation = Einzel-Basisdosis x 2 bis 6 x tgl; (bsp.: Basis 2,5mg 1-1-1-1 = Bedarf 5mg bis 6 x tgl) Bei häufigem Verlangen der Bedarfsmedikation -> Erhöhung der Basismedikation
Nebenwirkungen
Sehr häufig (7) — ≥ 1/10
Dysphorie, Erbrechen, Euphorie, Obstipation, Schläfrigkeit, Sedierung, Übelkeit
Häufig (9) — ≥ 1/100 bis < 1/10
Atemdepression, Bradykardie, Hypotonie, Miosis, Obstipation, Pruritus, Schwindel, Sedierung, Übelkeit
Gelegentlich (8) — ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Atemdepression, Halluzinationen, Harnverhalt, Hypotonie, Miosis, Mundtrockenheit, Schwitzen, Verwirrtheit
Selten (3) — ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Anaphylaxie, Bradykardie, Krampfanfälle
Kontraindikationen
Atemdepression, Ileus, akutes Abdomen, schwere COPD, MAO-Hemmer, schwere Leberinsuffizienz
Wechselwirkungen
MAO-Hemmer (schwere Reaktionen!); Benzodiazepine, Alkohol, Gabapentinoide (Atemdepression↑!); Cimetidin (Spiegel↑); Rifampicin (Spiegel↓); P2Y12-Hemmer (Clopidogrel/Ticagrelor-Wirkung↓!)
Wirkungsmechanismus
μ-Opioid-Agonist (Referenzsubstanz); aktiviert deszendierende Schmerzhemmung, hemmt Schmerzweiterleitung im Rückenmark → stark analgetisch, sedierend, euphorisierend
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen soll besonders vorsichtig dosiert werden. Vorsichtige Dosierung (Dosisreduktion) ist bei Patienten mit Hypothyreose/Myxödem und Herzinsuffizienz erforderlich.
Schwangerschaft & Stillzeit
Schwangerschaft: nur wenn Nutzen für die Mutter das Risiko klar überwiegt; passiert die Plazenta. Wegen mutagener Eigenschaften nur unter wirksamer Kontrazeption (Männer + Frauen im gebärfähigen Alter). Nahe der Geburt → Atemdepression/Entzugssyndrom beim Neugeborenen überwachen. Stillzeit: abraten (höhere Konzentration in Milch als im mütterlichen Plasma).
Halbwertszeit
i.v.: 1,7–4,5 h oral retardiert (scheinbare Halbwertszeit): ca. 16 h
Wirkstoffpeak (tmax)
oral retardiert: 2–6 h
Fachinformation öffnen ↗ Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.