AccessMedAccessMed

Morphin retard (Substitution)

Compensan retard®
Analgesie – Starke Opioide
Opioid Substitution
Indikation
Orale Substitutionsbehandlung (Erhaltungstherapie) bei Opiatabhängigkeit bei Erwachsenen im Rahmen medizinischer Überwachung und psychosozialer Betreuung.
Dosierung
Individuell, einmal täglich alle 24 h. Initialdosis meist 100 mg/Tag. Erhaltungsdosis bei stabilem Zustand üblicherweise 300-600 mg/Tag, ggf. 600-800 mg/Tag (max. 1200 mg/Tag). Retardtabletten unzerkaut schlucken - niemals injizieren.
Nebenwirkungen
Häufig (19) — ≥ 1/100 bis < 1/10
Abdominalschmerzen, Anorexie, Asthenie, Erbrechen, Ermüdung, Hyperhidrose, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Obstipation, Pruritus, Rash, Schlafstörungen, Schwindelgefühl, Sedierung, Somnolenz, Unwohlsein, Verwirrtheit, unwillkürliche Muskelkontraktion, Übelkeit
Gelegentlich (28) — ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Agitiertheit, Atemdepression, Bronchospasmus, Dyspepsie, Erhöhung der Leberenzyme, Euphorie, Geschmacksstörungen, Gesichtsrötung, Halluzinationen, Harnretention, Herzfrequenz (Bradykardie, Tachykardie), Herzklopfen, Herzversagen, Hypotonie, Ileus, Konvulsionen, Lungenödem, Miosis, Parästhesien, Sehstörungen, Stimmungsschwankungen, Synkopen, Urtikaria, Vertigo, allgemeine Schwäche bis hin zum Ohnmachtsanfall, erhöhter Muskeltonus, periphere Ödeme, Überempfindlichkeit
Selten (1) — ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Abhängigkeit
Kontraindikationen
Schwere COPD/Bronchialasthma, schwere Atemdepression, Kopfverletzungen, Epilepsie, MAO-Hemmer (bis 2 Wochen danach), paralytischer Ileus, akutes Abdomen, akute Lebererkrankung, Delirium tremens; Kinder/Jugendliche unter 18 J.
Wechselwirkungen
Verstärkte Atemdepression/Sedierung mit Benzodiazepinen, Alkohol, anderen ZNS-Dämpfern (Koma, Tod). MAO-Hemmer kontraindiziert. Cimetidin erhöht, Rifampicin senkt den Spiegel. Verminderte Wirkung oraler P2Y12-Inhibitoren (verzögerte Resorption).
Wirkungsmechanismus
Reiner µ-Opioidrezeptor-Agonist (retardiert). In der Substitution unterdrückt die regelmäßige Gabe das Verlangen nach illegalen Opiaten; analgetisch, sedierend, atemdepressiv, obstipierend.
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Bei eingeschränkter Nieren- und/oder Leberfunktion Dosisreduktion empfohlen (aktive Metaboliten M6G kumulieren renal).
Schwangerschaft & Stillzeit
Nur wenn Nutzen die Risiken klar rechtfertigt; Neugeborene auf Atemdepression und neonatales Abstinenzsyndrom überwachen, konstante Plasmaspiegel anstreben. Stillzeit: Morphin geht in die Muttermilch über – Stillen nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung.
Halbwertszeit
1,7–4,5 h
Fachinformation öffnen ↗ Zuletzt aktualisiert: 07.09.2026
⚠️ Haftungsausschluss: Alle Informationen auf AccessMed wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Trotz sorgfältiger Recherche können Fehler, Unvollständigkeiten oder veraltete Angaben nicht ausgeschlossen werden. Die Inhalte ersetzen keine professionelle medizinische oder pharmazeutische Beratung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben wird keine Haftung übernommen. Im Zweifelsfall sind stets aktuelle Fachinformationen, Leitlinien und medizinische Fachkräfte zu konsultieren.
Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.