Melperon
Buronil®
Psychiatrie – Antipsychotika & Anxiolytika
Niederpotent
Indikation
Delir (v.a. bei älteren Patienten)
psychomotorische Unruhe
Erregungszustände
Verwirrtheitszustände
Schlafstörungen bei psychiatrischen Erkrankungen
Entzugssyndrom bei Alkoholikern
Psychosen
Dosierung
Verwirrungszustände und Unruhe bei älteren Menschen:
25-75mg/d
max. 200mg/d
Entzugssyndrom bei Alkoholikern:
150-400mg verteilt auf 3-4 Einzeldosen
schrittweise reduzieren auf 25-50mg dreimal täglich
Psychosen:
50-100mg/d
schrittweise Steigerung auf max. 300mg/d
Delir (off-label):
bis zu 3× täglich 25–50 mg · erste Wahl bei psychomotorischer Unruhe, weil kaum kreislaufwirksam und kaum anticholinerg · mit Risperidon höchstens 75 mg/d (additive kardiotoxische Wirkung) · potenter CYP2D6-Hemmer, verstärkt andere Substanzen · nach DGN-Leitlinie 030-006 (Stand 2020, Gültigkeit abgelaufen)
Nebenwirkungen
Sehr häufig (3)
— ≥ 1/10
Benommenheit, Müdigkeit, Sedierung
Häufig (3)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Parkinsonismus, Schwindel, Trockener Mund
Gelegentlich (11)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Agranulozytose, Akathisie, Akute Dystonie, Cholestase, Gelbsucht, Kopfschmerzen, Leukopenie, Orthostatische Hypotonie mit kompensatorischer transienter Tachyarrhythmie, Panzytopenie, Thrombozytopenie, Transaminasen erhöht
Nicht bekannt (16)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Entzugssyndrom bei Neugeborenen, Herzstillstand, Kammerflimmern, Lungenembolien, Neuroleptisches malignes Syndrom, Plötzlicher Tod, QT-Verlängerung, Rigidität, Rigor, Spätdyskinesie, Stevens-Johnson-Syndrom, Tiefe Venenthrombosen, Tremor, Ventrikuläre Arrhythmie, Ventrikuläre Tachykardie, Venöse Thromboembolien
Kontraindikationen
QT-Verlängerung (cave Kombination mit anderen QT-verlängernden Substanzen), schwere Leberinsuffizienz
Wechselwirkungen
Andere sedierende Substanzen: additive Sedierung. QT-verlängernde Substanzen: Risiko↑
Wirkungsmechanismus
Niederpotentes typisches Antipsychotikum — D2-Blockade + antihistaminerge Wirkung → sedierende, anxiolytische Wirkung ohne starke EPS
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Bei eingeschränkter Nierenfunktion vorsichtig dosieren; keine festen Vorgaben
Schwangerschaft & Stillzeit
Keine klinischen Humandaten, im Tierversuch reproduktionstoxisch — in der Schwangerschaft nicht verordnen. Im 3. Trimenon neonatale extrapyramidale/Entzugssymptome, Neugeborenes überwachen. Stillzeit: Milchübergang unbekannt — bei zwingender Anwendung abstillen.
Halbwertszeit
3–4 h
Steady State: 6–8 h
Wirkstoffpeak (tmax)
oral: 1–3 h
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Zuletzt aktualisiert: 17.09.2026
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Leitlinien und medizinische Fachkräfte zu konsultieren.
Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.