Levofloxacin
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Antibiotika – Fluorchinolone
Fluorchinolon
Indikation
Akute Pyelonephritis und komplizierte Harnwegsinfektionen, chronische bakterielle Prostatitis, Lungenmilzbrand (Prophylaxe nach Exposition und kurativ). Ambulant erworbene Pneumonie und komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen nur, wenn die üblicherweise empfohlenen Antibiotika als ungeeignet erachtet werden
Dosierung
500 mg i.v. 1–2× täglich (ambulant erworbene Pneumonie, komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen), 7–14 Tage
500 mg 1× täglich: akute Pyelonephritis 7–10 Tage, komplizierte Harnwegsinfektion 7–14 Tage, chronische bakterielle Prostatitis 28 Tage, Lungenmilzbrand 8 Wochen
Langsam infundieren. Umstellung auf die orale Form mit derselben Dosis möglich (Bioäquivalenz), üblicherweise nach 2–4 Tagen
Kontraindiziert bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase
Nebenwirkungen
Häufig (9)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Benommenheit, Diarrhö, Erbrechen, Erhöhte Leberenzymwerte (ALT, AST, alkalische Phosphatase, GGT), Kopfschmerzen, Phlebitis (nur nach i.v. Gabe), Reaktionen an der Infusionsstelle (Schmerzen, Rötung) (nur nach i.v. Gabe), Schlaflosigkeit, Übelkeit
Gelegentlich (26)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Abdominalschmerzen, Angstzustände, Anorexie, Arthralgie, Asthenie, Blähungen, Dyspepsie, Dyspnoe, Eosinophilie, Erhöhte Bilirubinwerte, Erhöhte Serumkreatininwerte, Erreger-Resistenz, Exanthem, Geschmacksstörungen, Hyperhidrose, Leukopenie, Myalgie, Nervosität, Obstipation, Pilzinfektion einschließlich Candida-Infektion, Pruritus, Schläfrigkeit, Tremor, Urtikaria, Vertigo, Verwirrtheit
Selten (26)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Abnorme Träume und Albträume, Agitation, Akutes Nierenversagen (z. B. bei interstitieller Nephritis), Angioödem, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom), Delirium, Depression, Eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Fieber, Fixes Arzneimittelexanthem, Hypoglykämie, insbesondere bei Diabetikern, Hypoglykämisches Koma, Hypotonie, Krampfanfälle, Muskelschwäche, bei Myasthenia gravis von besonderer Bedeutung, Neutropenie, Palpitationen, Parästhesien, Psychotische Reaktionen (z. B. Halluzinationen, Paranoia), Sehnenbeschwerden einschließlich Tendinitis (z. B. Achillessehne), Sehstörungen wie verschwommenes Sehen, Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH), Tachykardie, Thrombozytopenie, Tinnitus, Überempfindlichkeitsreaktionen
Nicht bekannt (44)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Ageusie, Agranulozytose, Allergische Pneumonitis, Anaphylaktischer Schock, Anaphylaktoider Schock, Arthritis, Benigne intrakranielle Hypertonie, Bronchospasmus, Bänderriss, Dyskinesie, Erythema multiforme, Extrapyramidale Störungen, Gelbsucht und schwere Leberschäden einschließlich akutem Leberversagen, Geruchsstörungen einschließlich Geruchsverlust, Hepatitis, Hyperglykämie, Hyperpigmentierung der Haut, Hämolytische Anämie, Hämorrhagische Diarrhö, in sehr seltenen Fällen Hinweis auf Enterokolitis einschließlich pseudomembranöser Kolitis, Hörstörungen, Hörverlust, Knochenmarkversagen einschließlich aplastischer Anämie, Leukozytoklastische Vaskulitis, Manie, Muskelriss, Myoklonie, Pankreatitis, Panzytopenie, Periphere sensomotorische Neuropathie, Periphere sensorische Neuropathie, Photosensibilitätsreaktionen, Psychotische Reaktionen mit selbstgefährdendem Verhalten einschließlich suizidaler Gedanken und Handlungen, QT-Verlängerung im EKG, Rhabdomyolyse, Schmerzen einschließlich Rücken-, Brust- und Extremitätenschmerzen, Sehnenriss (z. B. Achillessehne), Stevens-Johnson-Syndrom, Stomatitis, Synkope, Toxische epidermale Nekrolyse, Uveitis, Ventrikuläre Arrhythmie und Torsade de pointes, Ventrikuläre Tachykardie, die zum Herzstillstand führen kann, Vorübergehender Sehverlust
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Levofloxacin oder andere Chinolone; Epilepsie; Sehnenbeschwerden nach früherer Fluorchinolon-Anwendung in der Anamnese; Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase; Schwangerschaft; Stillzeit
Wechselwirkungen
Theophyllin, NSAR und andere Substanzen, die die Krampfschwelle senken: Krampfrisiko↑. Probenecid und Cimetidin: renale Clearance↓ (34 % bzw. 24 %) — Vorsicht bei Niereninsuffizienz. Ciclosporin: Halbwertszeit +33 %. Vitamin-K-Antagonisten (z. B. Warfarin): Gerinnungswerte↑ und Blutungen — PT/INR überwachen. Zwei- und dreiwertige Kationen (Antazida, Eisen, Zink, Sucralfat) mindern die Resorption der oralen Form
Wirkungsmechanismus
Fluorchinolon; hemmt die bakterielle DNA-Gyrase (Topoisomerase II) und Topoisomerase IV → DNA-Replikation blockiert, bakterizid. Breites Spektrum mit guter Wirkung im grampositiven Bereich einschließlich Pneumokokken und gegen atypische Erreger (Legionellen, Mykoplasmen, Chlamydien) — daher "Atemwegschinolon". Wirkt auch gegen Pseudomonas aeruginosa, schwächer als Ciprofloxacin
Dosierung bei Niereninsuffizienz
CrCl > 50 ml/min: keine Anpassung
Erstdosis immer voll (250 oder 500 mg), danach:
CrCl 50–20: 125 mg/24 h · 250 mg/24 h · 250 mg/12 h
CrCl 19–10: 125 mg/48 h · 125 mg/24 h · 125 mg/12 h
CrCl < 10, Hämodialyse und CAPD: 125 mg/48 h · 125 mg/24 h · 125 mg/24 h
(je nach Ausgangsschema 250 mg/24 h, 500 mg/24 h oder 500 mg/12 h)
Nach Hämodialyse oder CAPD keine Zusatzdosis.
Leber: keine Anpassung — kaum hepatisch verstoffwechselt
Schwangerschaft & Stillzeit
Kontraindiziert. Wenige Daten beim Menschen; im Tierversuch Hinweise auf Knorpelschäden an belasteten Gelenken durch Fluorchinolone bei heranwachsenden Tieren. Stillzeit: ebenfalls kontraindiziert — andere Fluorchinolone gehen in die Muttermilch über.
Halbwertszeit
6–8 h
Wirkstoffpeak (tmax)
oral: ca. 1–2 h
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Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Leitlinien und medizinische Fachkräfte zu konsultieren.
Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.