Haloperidol
Haldol DecanoatHaldol®
Psychiatrie – Antipsychotika & Anxiolytika
Hochpotent
Indikation
Schizophrenie, manische Episode, Delir (Mittel der Wahl!), schwere Agitation, Nausea
Dosierung
Delir: 1-10mg/d p.o./i.m. (niedrig anfangen und hochtitrieren)
Schizophrenie: 2–10mg/d (2-4mg bei der ersten Episode)
bei älteren Patienten: 0,5mg beginnen (Sturz-/EPS-Risiko!)
Nebenwirkungen
Sehr häufig (5)
— ≥ 1/10
Agitiertheit, Extrapyramidale Erkrankung, Hyperkinesie, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit
Häufig (27)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Akathisie, Anomaler Leberfunktionstest, Ausschlag, Blickkrampf, Bradykinesie, Depression, Dyskinesie, Dystonie, Erbrechen, Erektile Dysfunktion, Erhöhter Muskeltonus, Gewichtsverlust, Gewichtszunahme, Harnretention, Hypersalivation, Hypokinesie, Hypotonie, Mundtrockenheit, Obstipation, Orthostatische Hypotonie, Psychotische Störung, Schwindel, Sehstörungen, Somnolenz, Tardive Dyskinesie, Tremor, Übelkeit
Gelegentlich (31)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Amenorrhoe, Beschwerden der Brust, Brustschmerz, Dysmenorrhoe, Dyspnoe, Galaktorrhoe, Gangstörungen, Hepatitis, Hyperhidrose, Hyperthermie, Ikterus, Konvulsionen, Leukopenie, Muskelkrämpfe, Muskelrigidität, Muskuloskelettale Steifigkeit, Parkinsonismus, Photosensitive Reaktion, Pruritus, Sedierung, Tachykardie, Torticollis, Unruhe, Unwillkürliche Muskelkontraktionen, Urtikaria, Verlust der Libido, Verminderte Libido, Verschwommen sehen, Verwirrtheitszustand, Ödem, Überempfindlichkeit
Selten (11)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Bronchospasmus, Hyperprolaktinämie, Malignes neuroleptisches Syndrom, Menorrhagie, Menstruationsstörungen, Motorische Funktionsstörung, Muskelzucken, Nystagmus, QT-Verlängerung im EKG, Sexuelle Funktionsstörung, Trismus
Nicht bekannt (28)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Agranulozytose, Akinesie, Akutes Leberversagen, Anaphylaktische Reaktion, Angioödem, Cholestase, Exfoliative Dermatitis, Extrasystolen, Gesichtsödem, Gynäkomastie, Hypoglykämie, Hypothermie, Inadäquate Sekretion des antidiuretischen Hormons, Kammerflimmern, Laryngospasmus, Larynxödem, Leukozytoklastische Vaskulitis, Maskengesicht, Neonatales Arzneimittelentzugssyndrom, Neutropenie, Panzytopenie, Plötzlicher Tod, Priapismus, Rhabdomyolyse, Thrombozytopenie, Torsade de pointes, Ventrikuläre Tachykardie, Zahnradphänomen
Kontraindikationen
M. Parkinson, Lewy-Body-Demenz!, QT-Verlängerung, Koma
Wechselwirkungen
QT-verlängernde Mittel (Torsade de pointes!); Lithium (Neurotoxizität↑); Carbamazepin (Spiegel↓); Anticholinergika (additive NW); Levodopa (Antagonismus)
Wirkungsmechanismus
Typisches Antipsychotikum; starker D2-Rezeptor-Antagonist → Dopaminübertragung↓ → antipsychotisch; hohes EPS-Risiko
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Keine spezifische Dosisanpassung; bei Niereninsuffizienz vorsichtig dosieren (überwiegend hepatische Metabolisierung)
Schwangerschaft & Stillzeit
Daten (>400) ohne klaren Fehlbildungshinweis — aus Vorsicht vermeiden. Im 3. Trimenon neonatale extrapyramidale/Entzugssymptome, Neugeborenes überwachen. Stillzeit: Milchübergang — Nutzen-Risiko-Entscheidung.
Halbwertszeit
i.m. Depot (Decanoat): ca. 3 Wochen
oral: ca. 24 h
i.m. unverestert: ca. 21 h
Wirkstoffpeak (tmax)
i.m. Depot: 3–9 Tage
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Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.