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Gentamicin

Gentamicin B. Braun®GentaxRefobacin®
Antibiotika – Aminoglykoside
Aminoglykosid
Indikation
Schwere Infektionen durch gentamicinempfindliche (v.a. gramnegative) Erreger – meist in Kombination mit β-Lactam: Sepsis, Endokarditis, komplizierte HWI/Pyelonephritis, nosokomiale Pneumonie, intraabdominelle Infekte
Dosierung
3–6mg/kg/d i.v. als Einmalgabe (bevorzugt); Talspiegel-gesteuert! Behandlungsdauer 7–10 Tage. Endokarditis ggf. abweichendes Schema
Nebenwirkungen
Häufig (1) — ≥ 1/100 bis < 1/10
Eingeschränkte Nierenfunktion
Gelegentlich (2) — ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Allergisches Hautexanthem, Dyskrasie
Selten (20) — ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Alanin-Aminotransferase (ALT) erhöht, Alkalische Phosphatase (AP) erhöht, Appetitlosigkeit, Aspartat-Aminotransferase (AST) erhöht, Blut-Harnstoff-Stickstoff erhöht (reversibel), Erbrechen, Erhöhte Körpertemperatur, Gerötete Haut, Gewichtsverlust, Hypokaliämie, Hypokalzämie, Hypomagnesiämie, Muskelschmerzen (Myalgie), Periphere Parästhesien, Polyneuropathien, Pseudo-Bartter-Syndrom bei längerfristiger hoch dosierter Behandlung, Serumbilirubin erhöht, Stomatitis, Vermehrter Speichelfluss, Übelkeit
Sehr selten (32) — < 1/10.000
Akutes Nierenversagen, Alopezie, Aminoazidurie, Amyostasis, Anämie, Depressionen, Enzephalopathie, Eosinophilie, Erythema multiforme, Fanconi-ähnliches Syndrom bei längerfristiger hoch dosierter Behandlung, Gleichgewichtsstörungen, Granulozytopenie, Halluzinationen, Hyperphosphaturie, Hypertonie, Hypophosphatämie, Hypotonie, Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Leukopenie, Menière-Krankheit, Minderung des Hörvermögens, Neuromuskuläre Blockade, Retikulozytopenie, Schmerzen an der Injektionsstelle, Schwindelgefühl, Sehstörungen, Thrombozytopenie, Tinnitus, Vertigo, Verwirrtheit, Vestibularisschädigung
Nicht bekannt (8) — auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Anaphylaktische Reaktion (einschließlich anaphylaktischer Schock), Irreversible Taubheit, Irreversibler Hörverlust, Pseudomembranöse Colitis, Stevens-Johnson-Syndrom, Superinfektion (verursacht durch Gentamicin-resistente Bakterien), Toxische epidermale Nekrolyse, Überempfindlichkeit
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit (Aminoglykoside); Myasthenia gravis; Vorsicht bei vorbestehender Nieren-/Innenohrschädigung, Schwangerschaft
Wechselwirkungen
Schleifendiuretika & andere oto-/nephrotoxische Mittel (Vancomycin, Cisplatin, Amphotericin B – Toxizität↑↑!); Muskelrelaxanzien (Wirkung↑)
Wirkungsmechanismus
Aminoglykosid; bindet irreversibel an 30S-Ribosomenuntereinheit → Fehlablesung/Hemmung der Proteinbiosynthese → bakterizid; konzentrationsabhängig, postantibiotischer Effekt
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Dosisintervall nach CrCl verlängern, Spiegel-gesteuert (Talspiegel niedrig halten); bei schwerer NI Einmalgabe nicht empfohlen
Schwangerschaft & Stillzeit
Keine Humandaten, im Tierversuch reproduktionstoxisch, plazentagängig. Wegen Innenohr-/Nierenschäden beim Fötus nur bei lebensbedrohlicher Indikation. Stillzeit: geringer Milchübergang — Abstillen vs. Absetzen abwägen.
Halbwertszeit
ca. 2–3 h
Wirkstoffpeak (tmax)
i.m.: 30–90 min
Fachinformation öffnen ↗ Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.