Flumazenil
Anexate
Akutmedizin / Notfallmedikamente
Antidot
Indikation
Aufhebung der zentral dämpfenden Benzodiazepin-Wirkung (Sedierung/Überdosierung); Anästhesie + Intensivmedizin
Dosierung
Intoxikation: 0,3mg i.v. über 15s, dann 0,1mg alle 60s bis wach, max. 2mg (Ausnahmefälle 5mg).
Anästhesie: 0,2mg initial.
Ggf. Infusion 0,1–0,4mg/h
Nebenwirkungen
Sehr häufig (1)
— ≥ 1/10
Nausea
Häufig (23)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Allergische Reaktionen, Diplopie, Erbrechen, Flush, Furcht, Hyperventilation, Hypotonie, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Müdigkeit, Orthostatische Hypotonie, Palpitationen, Parästhesie, Schlaflosigkeit, Schluckauf, Schläfrigkeit, Schmerzen an der Injektionsstelle, Schwindel, Schwitzen, Sprachstörungen, Strabismus, Tremor, Verstärkter Tränenfluss
Gelegentlich (9)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Blässe, Bradykardie, Dyspnoe, Extrasystolen, Husten, Hörstörung, Schmerzen in der Brust, Tachykardie, Verstopfte Nase
Nicht bekannt (22)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Aggressive Reaktionen, Agitiertheit, Anaphylaxie, Angstgefühl, Anormales Weinen, Emotionale Labilität, Entzugserscheinungen, Euphorie, Generalisierte Krämpfe, Gesichtsrötung, Gewichtszunahme, Krampfanfälle, Kältegefühl, Psychische Veränderungen, Ruhelosigkeit, Schüttelfrost, Unwillkürliche Bewegungen, Verstärktes Schmerzgefühl, Verwirrung, Vorübergehende Hypertonie, Wahrnehmungsstörungen, Überempfindlichkeitsreaktionen
Kontraindikationen
Benzodiazepin-Gabe zur Kontrolle lebensbedrohlicher Zustände (Status epilepticus, Hirndruck); schwere Intoxikation mit zyklischen Antidepressiva; Mischintoxikation Benzodiazepin + TZA
Wechselwirkungen
Hebt Benzodiazepin-Wirkung auf
Wirkungsmechanismus
Kompetitiver Antagonist an der Benzodiazepin-Bindungsstelle des GABA-A-Rezeptors. Kürzere HWZ als Benzodiazepine → Resedierung möglich, Überwachung nötig
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Keine Dosisanpassung notwendig; bei Leberinsuffizienz Titration (verlängerte HWZ)
Schwangerschaft & Stillzeit
Keine Humandaten, Tierversuch ohne schädliche Auswirkungen — nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung mit Vorsicht; parenterale Notfallanwendung ist in Schwangerschaft und Stillzeit nicht kontraindiziert. Stillzeit: Milchübergang unbekannt — 24 h pausieren.
Halbwertszeit
40–80 min
Fachinformation öffnen ↗
Zuletzt aktualisiert: 08.09.2026
⚠️ Haftungsausschluss: Alle Informationen auf AccessMed wurden nach
bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Trotz sorgfältiger Recherche können Fehler, Unvollständigkeiten oder
veraltete Angaben nicht ausgeschlossen werden. Die Inhalte ersetzen keine professionelle
medizinische oder pharmazeutische Beratung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben
wird keine Haftung übernommen. Im Zweifelsfall sind stets aktuelle Fachinformationen,
Leitlinien und medizinische Fachkräfte zu konsultieren.
Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.