Ertapenem
Ertapenem AptaPharma®Invanz®
Antibiotika – Carbapeneme
β-Lactam
Indikation
Intraabdominelle Infektionen, ambulant erworbene Pneumonie, akute gynäkologische Infektionen, Haut- und Weichteilinfektionen beim diabetischen Fuß (ohne Osteomyelitis); Prophylaxe postoperativer Infektionen nach elektiven kolorektalen Eingriffen
Dosierung
1 g i.v. 1× täglich (Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren), Infusion über 30 Minuten
15 mg/kg KG i.v. 2× täglich, maximal 1 g/Tag (3 Monate bis 12 Jahre)
Prophylaxe: 1 g i.v. als Einzeldosis, 1 Stunde vor dem Eingriff beendet
Therapiedauer in der Regel 3–14 Tage; Umstellung auf ein orales Antibiotikum nach klinischer Besserung möglich
Nebenwirkungen
Häufig (13)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Anstieg der Thrombozytenzahl, Ausschlag, Diarrhö, Erbrechen, Erhöhung der alkalischen Phosphatase, Erhöhung von ALT und AST, Komplikationen an der Infusionsstelle, Kopfschmerzen, Phlebitis/Thrombophlebitis, Pruritus, Schmerzen an der Infusionsstelle (Kinder), Windeldermatitis (Kinder), Übelkeit
Gelegentlich (59)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Abnahme der Leukozyten, Abnahme der Thrombozyten, Abnahme der segmentkernigen neutrophilen Granulozyten, Abnahme des Hämatokrits, Abnahme des Hämoglobins, Anorexie, Anstieg der Leukozyten, Anstieg der eosinophilen Granulozyten, Anstieg der segmentkernigen neutrophilen Granulozyten, Bauchschmerzen, Beschwerden im Rachen- und Schlundraum, Brennen an der Infusionsstelle (Kinder), Candidiasis, Clostridium-difficile-Toxin positiv, Dyspepsie, Dyspnoe, Epithelzellen im Urin, Erhöhung der Serum-Glucose, Erhöhung des Serum-Bilirubins (gesamt, direkt und indirekt), Erhöhung des Serum-Harnstoffs, Erhöhung des Serum-Kreatinins, Erythem, Erythem an der Infusionsstelle (Kinder), Erythem an der Injektionsstelle (Kinder), Erythrozyten im Urin, Extravasation, Fieber, Flush (Kinder), Geschmacksstörungen, Hefepilze im Urin, Hypertonie (erhöhter Blutdruck), Hypotonie, Juckreiz an der Infusionsstelle (Kinder), Kolpitis, Krampfanfälle, Leukozyten im Urin, Meläna (Kinder), Mundtrockenheit, Müdigkeit, Obstipation, Orale Candidiasis, Petechien (Kinder), Pilzinfektion, Pseudomembranöse Enterokolitis, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Schmerzen im Brustkorb, Schwindel, Schwäche, Sinusbradykardie, Säurereflux, Urtikaria, Verlängerung der Prothrombinzeit, Verlängerung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT), Vermehrter Nachweis von Bakterien im Urin, Verwirrtheitszustände, Veränderte Stuhlfarbe (Kinder), Wärmegefühl an der Infusionsstelle (Kinder), Ödeme/Schwellungen
Selten (53)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Abnahme der Lymphozyten, Akutes Nierenversagen, Allergie, Angstzustände, Anstieg der Lymphozyten, Anstieg der Metamyelozyten, Anstieg der Monozyten, Anstieg der Myelozyten, Anstieg der atypischen Lymphozyten, Anstieg der stabkernigen neutrophilen Granulozyten, Anstieg des Urobilinogens, Arrhythmie, Blutungen, Cholezystitis, Depression, Dermatitis, Dermatomykose, Desquamation, Dysphagie, Erhöhung der Serum-LDH, Erhöhung des Serum-Kaliums, Erhöhung des Serum-Phosphats, Erniedrigung des Serum-Bikarbonats, Erniedrigung des Serum-Kaliums, Erniedrigung des Serum-Kreatinins, Fehlgeburt, Gelbsucht, Genitale Blutungen, Giemen, Harnwegsinfektion, Husten, Hypersensitivitätsvaskulitis, Hypoglykämie, Leberfunktionsstörungen, Muskelkrämpfe, Nasenbluten, Neutropenie, Niereninsuffizienz, Pelveoperitonitis, Pneumonie, Postoperative Wundinfektion, Rasselgeräusche, Schulterschmerzen, Stuhlinkontinenz, Synkope, Tachykardie, Thrombozytopenie, Tremor, Unruhe, Unwohlsein, Verhärtungen an der Infusionsstelle, Verstopfte Nase, Veränderungen an den Skleren
Nicht bekannt (12)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Anaphylaxie einschließlich anaphylaktoider Reaktionen, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom), Beeinträchtigung des mentalen Status (einschließlich Aggression, Delirium, Orientierungsstörung, veränderter Gemütszustand), Dyskinesie, Enzephalopathie, Gangunsicherheit, Getrübter Bewusstseinszustand, Halluzinationen, Muskelschwäche, Myoklonus, Zahnverfärbungen
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Ertapenem oder sonstige Bestandteile; Überempfindlichkeit gegen andere Carbapeneme; schwere Überempfindlichkeit (z. B. Anaphylaxie, schwere Hautreaktion) gegen andere Beta-Laktam-Antibiotika (Penicilline, Cephalosporine)
Wechselwirkungen
Valproinsäure/Natriumvalproat (Spiegel↓ unter den therapeutischen Bereich → Krampfanfälle; gleichzeitige Gabe nicht empfohlen, alternatives Antibiotikum oder Antikonvulsivum erwägen). Hemmung von P-Glykoprotein oder CYP unwahrscheinlich
Wirkungsmechanismus
Carbapenem; bindet an Penicillin-bindende Proteine (bei E. coli höchste Affinität zu PBP 2 und 3) → Zellwandsynthese↓. Stabil gegen Penicillinasen, Cephalosporinasen und Breitspektrum-Beta-Laktamasen, nicht gegen Metallo-Beta-Laktamasen. Lücke gegenüber Meropenem/Imipenem: keine Wirkung gegen Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter spp., Enterokokken und MRSA — intrinsisch resistent. ATC J01DH03
Dosierung bei Niereninsuffizienz
CrCl > 30 ml/min/1,73 m²: keine Dosisanpassung
CrCl ≤ 30 ml/min/1,73 m²: nicht anwenden — keine ausreichenden Daten für eine Dosierungsempfehlung
Hämodialyse: nicht anwenden (dieselbe Begründung)
Leberfunktionsstörung: keine Dosisanpassung
Schwangerschaft & Stillzeit
Keine adäquaten und kontrollierten Studien bei Schwangeren; Tierstudien ohne Hinweis auf schädigende Wirkungen. Anwendung nur, wenn der Nutzen das Risiko für das ungeborene Kind rechtfertigt. Stillzeit: Ertapenem tritt in die Muttermilch über — während der Behandlung nicht stillen.
Halbwertszeit
ca. 4 h
Wirkstoffpeak (tmax)
i.v.: 0,5 h (Ende der Infusion)
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Zuletzt aktualisiert: 12.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.