Dexmedetomidin
Dexdor®Dexmedetomidin Altan
Akutmedizin / Notfallmedikamente
Sedativum
Indikation
Sedierung erwachsener intensivmedizinisch behandelter Patienten mit Ziel-RASS 0 bis −3 (Erwecken durch verbale Stimulation noch möglich); Sedierung nicht intubierter Erwachsener vor und während diagnostischer oder chirurgischer Maßnahmen (Wachsedierung)
Dosierung
Konzentrat 100µg/ml — vor Anwendung auf 4µg/ml oder 8µg/ml verdünnen (z.B. 200µg auf 50ml = 4µg/ml). Intensiv: Start 0,7µg/kg/h, Titration 0,2–1,4µg/kg/h nach Ziel-RASS; KEINE Aufsättigungsdosis (vermehrte Nebenwirkungen). Höchstdosis 1,4µg/kg/h — bei unzureichender Sedierung auf anderes Sedativum wechseln. Prozedurale Sedierung: Aufsättigung 1,0µg/kg über 10min (0,5µg/kg bei wenig invasiven Eingriffen), dann 0,6–0,7µg/kg/h, Bereich 0,2–1,0µg/kg/h. Nach Dosisanpassung bis zu 1h bis Steady State. Keine Erfahrung über 14 Tage. Niemals als Bolus
Nebenwirkungen
Sehr häufig (4)
— ≥ 1/10
Atemdepression, Bradykardie, Hypertonie, Hypotonie
Häufig (11)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Entzugssyndrom, Erbrechen, Hyperglykämie, Hyperthermie, Hypoglykämie, Mundtrockenheit, Myokardiale Ischämie, Myokardinfarkt, Tachykardie, Unruhe, Übelkeit
Gelegentlich (11)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Apnoe, Atrioventrikulärer Block, Blähbauch, Durst, Dyspnoe, Halluzinationen, Herzstillstand, Hypoalbuminämie, Metabolische Azidose, Unwirksamkeit des Arzneimittels, Vermindertes Herzzeitvolumen
Nicht bekannt (1)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Diabetes insipidus
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit; fortgeschrittener AV-Block Grad 2 oder 3 ohne Herzschrittmacher; unkontrollierte Hypotonie; akute zerebrovaskuläre Ereignisse
Wechselwirkungen
Verstärkung von Anästhetika, Sedativa, Hypnotika und Opioiden (bestätigt für Isofluran, Propofol, Alfentanil, Midazolam) — Dosisreduktion einer der Substanzen erwägen. Verstärkte Hypotonie und Bradykardie mit Betablockern und anderen kardiodepressiven Substanzen. In-vitro-Interaktionspotenzial mit CYP2B6-Substraten. Vorsicht bei gleichzeitiger Spinal- oder Epiduralanästhesie.
Wirkungsmechanismus
Selektiver Alpha-2-Rezeptor-Agonist. Sympatholyse durch verminderte Noradrenalinfreisetzung; sedierende Wirkung über Hemmung des Locus coeruleus. Zusätzlich analgetisch und anästhetikasparend. Kardiovaskulär dosisabhängig: niedrige Raten → zentrale Wirkung mit Bradykardie und Hypotonie, hohe Konzentrationen → periphere Vasokonstriktion mit Blutdruckanstieg. Als Monotherapie weitgehend ohne Atemdepression; erhaltene Erweckbarkeit.
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Niereninsuffizienz einschließlich schwerer Einschränkung (CrCl <30ml/min): keine Dosisanpassung erforderlich. Leberfunktionsstörung: Clearance auf 59% (Child-Pugh A), 51% (B) bzw. 32% (C) reduziert, Halbwertszeit auf 3,9/5,4/7,4h verlängert — Reduktion der Start- und Erhaltungsdosis erwägen, engmaschige Überwachung.
Schwangerschaft & Stillzeit
Schwangerschaft: keine bis sehr begrenzte Erfahrungen; im Tierversuch reproduktionstoxisch (erhöhte embryofetale Mortalität, vermindertes fetales Gewicht, verzögerte Ossifikation). Nicht anwenden, es sei denn der klinische Zustand der Frau erfordert es. Stillzeit: Übergang in die Muttermilch, 24h nach Behandlungsende unter der Nachweisgrenze; ein Risiko für den Säugling ist nicht auszuschließen — Entscheidung über Unterbrechung des Stillens oder der Therapie nach Nutzen-Risiko-Abwägung.
Halbwertszeit
ca. 1,9–2,5 h (terminal)
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Zuletzt aktualisiert: 09.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.