Daptomycin
Cubicin®Daptomycin
Antibiotika – Glykopeptide & Lipopeptide
Lipopeptid
Indikation
Komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen (cSSTI) bei Erwachsenen und Kindern ab 1 Jahr; rechtsseitige infektiöse Endokarditis durch Staphylococcus aureus bei Erwachsenen; Staphylococcus-aureus-Bakteriämie. Nicht bei Pneumonie — dort in Studien unwirksam
Dosierung
4 mg/kg KG i.v. alle 24 h über 7–14 Tage — cSSTI ohne Bakteriämie
6 mg/kg KG i.v. alle 24 h — cSSTI mit S.-aureus-Bakteriämie sowie rechtsseitige Endokarditis; Dauer nach offiziellen Empfehlungen, oft länger als 14 Tage
Infusion über 30 Minuten in 0,9 % Natriumchlorid, höchstens einmal täglich
Die Kreatinphosphokinase ist vor Beginn und mindestens wöchentlich zu bestimmen
Nebenwirkungen
Häufig (26)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Abnormale Leberfunktionswerte (ALT, AST oder alkalische Phosphatase erhöht), Angst, Anämie, Asthenie, Ausschlag, Bauchschmerzen, Candidainfektion, Diarrhö, Erbrechen, Erhöhte Serum-Kreatinphosphokinase (CPK), Flatulenz, Gliederschmerzen, Harnwegsinfektion, Hypertonie, Hypotonie, Insomnie, Kopfschmerzen, Magen- und Darmschmerzen, Obstipation, Pilzinfektionen, Pruritus, Pyrexie, Reaktionen an der Infusionsstelle, Schwindel, Völlegefühl und Blähbauch, Übelkeit
Gelegentlich (30)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Arthralgie, Augenreizung, Dyspepsie, Eosinophilie, Erhöhte Serum-Laktatdehydrogenase (LDH), Erhöhtes Myoglobin, Erhöhtes Serum-Kreatinin, Erschöpfung, Extrasystolen, Fungämie, Geschmacksstörungen, Gesichtsrötung (Flush), Glossitis, Hyperglykämie, INR-Erhöhung, Leukozytose, Muskelschmerzen, Muskelschwäche, Myositis, Nierenfunktionsstörung einschließlich Nierenversagen und Niereninsuffizienz, Parästhesien, Schmerzen, Störung des Elektrolythaushalts, Supraventrikuläre Tachykardie, Thrombozytose, Tremor, Urtikaria, Vaginitis, Verminderter Appetit, Vertigo
Selten (2)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Ikterus, Verlängerte Prothrombinzeit
Nicht bekannt (13)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Anaphylaxie, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom), Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhö, Eosinophile Pneumonie, Husten, Infusionsreaktionen (Tachykardie, pfeifendes Atemgeräusch, Pyrexie, Rigor, Hitzewallungen, Vertigo, Synkope, metallischer Geschmack), Periphere Neuropathie, Rhabdomyolyse, Thrombozytopenie, Tubulointerstitielle Nephritis, Vesikulobullöser Ausschlag mit oder ohne Schleimhautbefall (Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse), Überempfindlichkeit (Angioödem, pulmonale Eosinophilie, Gefühl einer oropharyngealen Schwellung)
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Daptomycin oder sonstige Bestandteile
Wechselwirkungen
Kaum Metabolisierung über CYP450 — Wechselwirkungen über dieses System unwahrscheinlich. Keine relevanten Effekte mit Aztreonam, Warfarin oder Probenecid; bei gleichzeitiger Gabe von Tobramycin ist Vorsicht geboten. HMG-CoA-Reduktase-Hemmer (Statine) erhöhen das Risiko für Myopathie — Absetzen während der Therapie erwägen
Wirkungsmechanismus
Zyklisches Lipopeptid; lagert sich kalziumabhängig in die Zellmembran grampositiver Bakterien ein, bildet Poren und führt zu Kaliumausstrom und Depolarisation — bakterizid ohne Zelllyse. Wirkt ausschließlich gegen grampositive Erreger einschließlich MRSA und VRE. Zur Behandlung einer Pneumonie nicht geeignet: Daptomycin wird im Alveolarraum unwirksam, in den Studien zeigte sich keine Wirksamkeit
Dosierung bei Niereninsuffizienz
CrCl ≥ 30 ml/min: keine Anpassung (4 bzw. 6 mg/kg alle 24 h)
CrCl < 30 ml/min: dieselbe Dosis, aber alle 48 Stunden
Hämodialyse und CAPD: wie < 30 ml/min; an Dialysetagen möglichst nach der Dialyse geben
Bei jeder Einschränkung nur anwenden, wenn der Nutzen das Risiko überwiegt — Nierenfunktion und CPK engmaschig überwachen.
Leber: keine Anpassung bei Child-Pugh A und B; zu C liegen keine Daten vor
Schwangerschaft & Stillzeit
Keine klinischen Daten bei Schwangeren; Tierstudien ohne Hinweis auf schädigende Wirkungen. Anwendung nur, wenn eindeutig erforderlich und der Nutzen das Risiko überwiegt. Stillzeit: Übertritt in die Muttermilch in sehr geringen Mengen nachgewiesen.
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Zuletzt aktualisiert: 12.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.