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Clozapin

Clozapin®LanoleptLeponex®
Psychiatrie – Antipsychotika & Anxiolytika
Atypisches Antipsychotikum
Indikation
Therapieresistente Schizophrenie (nach Versagen von ≥2 Antipsychotika) Psychose bei M. Parkinson suizidales Verhalten bei Schizophrenie
Dosierung
Therapieresistente Schizophrenie: Tag 1: 12,5mg ein- oder zweimal Tag 2: 25mg ein- oder zweimal bei guter Verträglichkeit Steigerung in Schritten von 25 bis 50mg bis zur Erreichung von bis zu 300mg/d innerhalb von 2-3 Wochen. Danach, falls notwendig Steigerung in wöchentlichen Schritten um 50 bis 100mg Zielbereich: 200–450mg/d max. 900mg/d p.o.
Nebenwirkungen
Sehr häufig (5) — ≥ 1/10
Obstipation, Schläfrigkeit/Sedierung, Schwindel, Tachykardie, Übermäßiger Speichelfluss
Häufig (31) — ≥ 1/100 bis < 1/10
Akathisie, Appetitlosigkeit, Benigne Hyperthermie, Dysarthrie, EKG-Veränderungen, Eosinophilie, Erbrechen, Erhöhte Leberenzymwerte, Extrapyramidale Symptome, Fieber, Gewichtszunahme, Harninkontinenz, Harnverhalten, Hypertonie, Konvulsionen, Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Leukopenie, Leukozytose, Myoklonische Zuckungen, Müdigkeit, Neutropenie, Orthostatische Hypotonie, Rigor, Störung der Schweiß- und Temperaturregulation, Synkope, Tremor, Trockener Mund, Verminderte Leukozytenzahl, Verschwommenes Sehen, Übelkeit
Gelegentlich (3) — ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Agranulozytose, Malignes neuroleptisches Syndrom, Stottern (Dysphemie)
Selten (20) — ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Adipositas, Anämie, Arrhythmie, Aspiration von aufgenommener Nahrung, Delir, Diabetes mellitus, Dysphagie, Erhöhte Kreatinphosphokinase-Werte, Hepatitis, Ikterus, Infektion des unteren Respirationstraktes, Konfusion, Kreislaufkollaps, Myokarditis, Pankreatitis, Perikarditis/Perikarderguss, Pneumonie, Schlafapnoe-Syndrom, Thromboembolie, Verminderte Glukosetoleranz
Sehr selten (24) — < 1/10.000
Agitiertheit, Atemdepression, Atemstillstand, Darmverschluss, Fulminante Lebernekrose, Hautreaktionen, Herzstillstand, Hypercholesterinämie, Hyperosmolares Koma, Hypertriglyzeridämie, Kardiomyopathie, Ketoazidose, Koprostase, Paralytischer Ileus, Priapismus, Schwere Hyperglykämie, Spätdyskinesie, Symptome einer Zwangsstörung, Thrombozythämie, Thrombozytopenie, Tubulointerstitielle Nephritis, Unerklärlicher plötzlicher Tod, Unruhe, Vergrößerung der Ohrspeicheldrüse
Nicht bekannt (50) — auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Abdominelle Beschwerden, Angina pectoris, Angioödem, Appendizitis, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Brustschmerzen, Cholinerges Syndrom, Diarrhö, Dyspepsie, EEG-Veränderungen, Entzugssyndrom bei Neugeborenen, Hepatische Fibrose, Hepatotoxizität, Hypotonie, Hämatologische bösartige Erkrankung, Intestinale Nekrose, Intestinale Perforation, Intestinale Ulzeration, Intestinalinfarkt, Kammerflimmern, Kolitis, Lebernekrose, Leberschädigung, Lebersteatose, Lebertransplantation, Leberversagen, Leberzirrhose, Leukozytoklastische Vaskulitis, Megacolon, Mitralklappeninsuffizienz, Muskelschmerz, Muskelschwäche, Muskelspasmus, Myokardinfarkt, Nierenversagen, Nächtliches Einnässen, Palpitationen, Pigmentstörung, Pleuraerguss, Pleurothotonus, Polyserositis, Pseudophäochromozytom, Restless Legs Syndrom, Retrograde Ejakulation, Rhabdomyolyse, Sepsis, Sodbrennen, Systemischer Lupus erythematodes, Venöse Thromboembolie, Verstopfte Nase
Kontraindikationen
Knochenmarkerkrankungen, unkontrollierte Epilepsie, schwere Herzerkrankungen, Alkohol-/Substanzintoxikation
Wechselwirkungen
Benzodiazepine i.v.: kardiorespiratorische Depression. CYP1A2-Inhibitoren (Fluvoxamin, Ciprofloxacin): Spiegel↑↑. Rauchen: Spiegel↓ (Raucherentwöhnung → Spiegel↑ → Toxizität)
Wirkungsmechanismus
Atypisches Antipsychotikum mit breitem Rezeptorprofil (D1-4, 5-HT2A, H1, M1-5, α1) — schwächste D2-Bindung aller Antipsychotika, daher kaum EPS; Goldstandard bei therapieresistenter Schizophrenie
Dosierung bei Niereninsuffizienz
keine Dosisanpassung notwendig
Schwangerschaft & Stillzeit
Nur begrenzte Daten, Tierstudien ohne schädliche Effekte — Anwendung nur unter besonderer Vorsicht. Im 3. Trimenon neonatale extrapyramidale/Entzugssymptome, Neugeborenes überwachen. Stillzeit: geht in die Muttermilch über und wirkt auf den Säugling — nicht stillen.
Halbwertszeit
ca. 12 h (6–26 h)
Wirkstoffpeak (tmax)
oral: ca. 2,1 h (0,4–4,2 h)
Fachinformation öffnen ↗ Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.