Clindamycin
Clindac SandozDalacin CDalacin C PhosphatDalacin®Zindaclin
Antibiotika – Lincosamide & Oxazolidinone
Lincosamid
Indikation
Anaerobier-Infekte; Knochen-/Gelenkinfekte; HNO-/Zahn-Kieferinfekte; tiefe Atemwegsinfekte; Becken-/Bauchraum & weibl. Genitalinfekte; Haut-/Weichteilinfekte; Option bei Penicillinallergie
Dosierung
0,6–1,8 g/d in 2–4 Gaben (p.o. meist 600mg 2–3x/d; i.v. bei schweren Infekten); mit viel Wasser, nicht direkt vor dem Hinlegen (Ösophagusreizung)
Nebenwirkungen
Sehr häufig (5)
— ≥ 1/10
Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Ösophagitis, Übelkeit
Häufig (10)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Abnormale Leberfunktionswerte, Agranulozytose, Eosinophilie, Leukopenie, Makulapapuläre Ausschläge, Masernähnlicher Hautausschlag, Neutropenie, Pseudomembranöse Colitis, Thrombozytopenie, Urtikaria
Gelegentlich (2)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Geschmacksstörungen, Neuromuskuläre Blockaden
Selten (8)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Angioödem, Bullöse Dermatitis, Erythema multiforme, Exfoliative Dermatitis, Pruritus, Stevens Johnson Syndrom (SJS), Toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Vaginitis
Sehr selten (3)
— < 1/10.000
Anaphylaktische Reaktion, Polyarthritis, Vorübergehende Hepatitis mit cholestatischer Gelbsucht
Nicht bekannt (13)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Akute Nierenschädigung, Akute generalisierte exanthematöse Pustulose (AGEP), Anaphylaktischer Schock, Anaphylaktoide Reaktionen, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Benommenheit, Clostridioides-difficile-Colitis, Gelbsucht, Hypersensitivität, Kopfschmerzen, Schwindel, Vaginale Infektion, Ösophageale Ulzeration
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Clindamycin/Lincomycin; Vorsicht bei GI-Vorerkrankungen (frühere Kolitis), Myasthenia gravis/M. Parkinson, schwerer Leberinsuffizienz
Wechselwirkungen
Neuromuskuläre Blocker (Wirkung↑); Erythromycin/Makrolide (Antagonismus – nicht kombinieren); keine relevanten CYP-Interaktionen
Wirkungsmechanismus
Lincosamid; bindet 50S-Ribosomenuntereinheit (Peptidyltransferasezentrum) → Proteinbiosynthese↓; bakteriostatisch; gut gegen Anaerobier (kein Liquorübertritt)
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Leicht–mäßige NI: keine Anpassung; bei schwerer NI/Anurie Plasmaspiegel überwachen; nicht dialysierbar
Schwangerschaft & Stillzeit
Eine große Studie (~650 im 1. Trimenon exponierte Neugeborene) zeigte keinen Anstieg an Missbildungen, die Datenlage zur Sicherheit ist jedoch unzureichend; Tierstudien ohne Hinweis auf schädliche Effekte. Clindamycin passiert die Plazenta (therapeutische Spiegel im Fötus angenommen) — bei Anwendung in der Schwangerschaft Nutzen und Risiko sorgfältig abwägen. Stillzeit: geht in die Muttermilch über — wegen der Gefahr schwerwiegender Nebenwirkungen beim Säugling (Diarrhö, Blut im Stuhl, Sensibilisierung, Sprosspilzbesiedlung) soll Clindamycin von stillenden Müttern nicht eingenommen werden.
Halbwertszeit
1,5–3,5 h
Wirkstoffpeak (tmax)
oral: 45–60 min
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Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.