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Ceftazidim

Ceftazidim
Antibiotika – Cephalosporine
β-Lactam
Indikation
Nosokomiale Pneumonie, bronchopulmonale Infektionen bei zystischer Fibrose, bakterielle Meningitis, chronisch eitrige Otitis media, maligne Otitis externa, komplizierte Harnwegs-, Haut-/Weichteil- und intraabdominelle Infektionen, Knochen- und Gelenkinfektionen, Peritonitis bei CAPD, Bakteriämie; fiebernde Neutropenie; perioperative Prophylaxe bei TURP
Dosierung
2 g i.v. alle 8 h (nosokomiale Pneumonie, Meningitis, Bakteriämie, fiebernde Neutropenie) 1–2 g alle 8 h (Knochen/Gelenk, Haut/Weichteile, intraabdominell, CAPD-Peritonitis, Otitis) · komplizierte Harnwegsinfektion 1–2 g alle 8–12 h Zystische Fibrose: 100–150 mg/kg/Tag alle 8 h, maximal 9 g/Tag Kontinuierliche Infusion: 2 g als Startdosis, dann 4–6 g alle 24 h Kinder > 2 Monate und < 40 kg: 100–150 mg/kg/Tag auf 3 Dosen (maximal 6 g/Tag); Neugeborene und Säuglinge ≤ 2 Monate: 25–60 mg/kg/Tag auf 2 Dosen TURP-Prophylaxe: 1 g zur Narkoseeinleitung, zweite Dosis beim Entfernen des Katheters Über 80 Jahre: in der Regel nicht mehr als 3 g/Tag
Nebenwirkungen
Häufig (10) — ≥ 1/100 bis < 1/10
Diarrhö, Eosinophilie, Makulopapulöser oder urtikarieller Ausschlag, Positiver Coombs-Test, Schmerz und/oder Entzündung nach intramuskulärer Injektion, Thrombozytose, Vorübergehender Anstieg der Gamma-GT, Vorübergehender Anstieg der LDH, Vorübergehender Anstieg der alkalischen Phosphatase, Vorübergehender Anstieg von ALT und AST
Gelegentlich (17) — ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Abdominale Schmerzen, Antibiotika-assoziierte Diarrhö, Candidiasis, Colitis (auch pseudomembranös, Clostridium difficile), Erbrechen, Fieber, Kopfschmerzen, Leukopenie, Neutropenie, Orale Candidiasis, Pruritus, Schwindel, Thrombozytopenie, Vaginale Candidiasis, Vorübergehende Erhöhung des Blutharnstoffs, Vorübergehende Erhöhung des Serum-Kreatinins, Übelkeit
Sehr selten (12) — < 1/10.000
Agranulozytose, Akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Akutes Nierenversagen, Angioödem, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom), Erythema multiforme, Hämolytische Anämie, Interstitielle Nephritis, Lymphozytose, Neurologische Folgeerscheinungen (Zittern, Myoklonie, Krämpfe, Enzephalopathie, Koma) bei nicht angepasster Dosis und eingeschränkter Nierenfunktion, Stevens-Johnson-Syndrom, Toxische epidermale Nekrolyse
Nicht bekannt (4) — auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Anaphylaxie (einschließlich Bronchospasmus und/oder Hypotonie), Geschmacksstörungen, Ikterus, Parästhesien
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Ceftazidim, andere Cephalosporine oder sonstige Bestandteile; schwere Überempfindlichkeit (z. B. anaphylaktische Reaktion) gegen andere Beta-Laktame (Penicilline, Monobactame, Carbapeneme) in der Anamnese
Wechselwirkungen
Nephrotoxische Arzneimittel in Kombination mit hohen Ceftazidim-Dosen: Nierenfunktion kann leiden. Chloramphenicol wirkt in vitro antagonistisch. Wechselwirkungsstudien liegen nur zu Probenecid und Furosemid vor
Wirkungsmechanismus
Cephalosporin der 3. Generation; hemmt die Zellwandsynthese über Bindung an Penicillin-bindende Proteine. Spektrum vorwiegend gramnegativ, mit Wirkung gegen Pseudomonas aeruginosa — das unterscheidet es von Cefotaxim und Ceftriaxon. Schwach im grampositiven Bereich, keine Wirkung gegen Staphylokokken, Enterokokken und Anaerobier
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Initialdosis immer 1 g, danach nach Kreatinin-Clearance: CrCl 31–50 ml/min: 1 g alle 12 h CrCl 16–30: 1 g alle 24 h CrCl 6–15: 0,5 g alle 24 h CrCl < 5: 0,5 g alle 48 h Bei schweren Infektionen Dosis um 50 % oder die Frequenz erhöhen. Kinder < 40 kg entsprechend 25 bzw. 12,5 mg/kg. Leber: keine Anpassung bei leichter bis mäßiger Einschränkung; keine Daten bei schwerer
Schwangerschaft & Stillzeit
Begrenzte Daten bei Schwangeren; Tierstudien ohne Hinweis auf schädigende Wirkungen. Verschreibung nur, wenn der Nutzen das Risiko überwiegt. Stillzeit: Übertritt in geringen Mengen in die Muttermilch, bei therapeutischen Dosen sind keine Auswirkungen auf gestillte Kinder zu erwarten — Anwendung möglich.
Halbwertszeit
ca. 2 h
Wirkstoffpeak (tmax)
i.m.: rasch
Fachinformation öffnen ↗ Zuletzt aktualisiert: 12.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.