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Ceftarolin

Zinforo®
Antibiotika – Cephalosporine
β-Lactam
Indikation
Komplizierte Haut- und Weichgewebeinfektionen (cSSTI) und ambulant erworbene Pneumonie (CAP) bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern, Säuglingen und Neugeborenen
Dosierung
600 mg i.v. alle 12 h, Infusion über 5–60 Minuten (Standarddosis, Erwachsene) Hohe Dosis: 600 mg alle 8 h über 120 Minuten — bei cSSTI durch S. aureus mit einer Ceftarolin-MHK von 2 oder 4 mg/l Jugendliche ab 12 Jahren mit ≥ 33 kg: wie Erwachsene; Kinder ab 2 Jahren und Jugendliche unter 33 kg: 12 mg/kg alle 8 h (maximal 400 mg) Behandlungsdauer: cSSTI 5–14 Tage, CAP 5–7 Tage
Nebenwirkungen
Sehr häufig (1) — ≥ 1/10
Positiver direkter Coombs-Test
Häufig (14) — ≥ 1/100 bis < 1/10
Abdominalschmerz, Ausschlag, Diarrhö, Erbrechen, Erhöhte Transaminase-Werte, Erythem an der Infusionsstelle, Kopfschmerzen, Phlebitis, Phlebitis an der Infusionsstelle, Pruritus, Pyrexie, Schmerzen an der Infusionsstelle, Schwindel, Übelkeit
Gelegentlich (14) — ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Anaphylaxie, Anämie, Clostridioides-difficile-Kolitis, Enzephalopathie, Erhöhter Blutkreatinin-Wert, Erhöhter INR, Leukopenie, Lippen- und Gesichtsschwellung, Neutropenie, Thrombozytopenie, Urtikaria, Verlängerte Prothrombinzeit, Verlängerte aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT), Überempfindlichkeit
Selten (2) — ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Agranulozytose, Eosinophilie
Nicht bekannt (4) — auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom), Eosinophile Pneumonie, Stevens-Johnson-Syndrom, Toxische epidermale Nekrolyse
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Ceftarolinfosamil oder sonstige Bestandteile; Überempfindlichkeit gegen Cephalosporine; plötzlich einsetzende und schwere Überempfindlichkeitsreaktion (z. B. anaphylaktische Reaktion) gegen jede andere Art von Beta-Laktam-Antibiotikum (z. B. Penicilline oder Carbapeneme)
Wechselwirkungen
Keine klinischen Wechselwirkungsstudien. Ceftarolin ist weder Substrat noch Hemmstoff oder Induktor von CYP450-Enzymen und kein Substrat/Inhibitor der renalen Transporter OCT2, OAT1 und OAT3 — Wechselwirkungen, auch mit Probenecid, sind nicht zu erwarten
Wirkungsmechanismus
Cephalosporin mit Wirkung gegen grampositive und gramnegative Erreger; bakterizid über Bindung an Penicillin-bindende Proteine. Besonderheit: hohe Affinität zu PBP2a von MRSA und zu PBP2x von penicillinunempfindlichen Pneumokokken — damit das einzige Cephalosporin mit MRSA-Wirksamkeit. Unwirksam gegen ESBL-Bildner (TEM, SHV, CTX-M), Serin-Carbapenemasen (KPC), Metallo-Beta-Laktamasen und AmpC-Cephalosporinasen; keine Wirkung gegen Pseudomonas. ATC J01DI02
Dosierung bei Niereninsuffizienz
CrCl > 50 ml/min: keine Anpassung CrCl > 30 bis ≤ 50: 400 mg alle 12 h CrCl ≥ 15 bis ≤ 30: 300 mg alle 12 h Terminale Niereninsuffizienz einschließlich Hämodialyse: 200 mg alle 12 h — am Dialysetag nach der Dialyse geben (Ceftarolin ist dialysierbar, rund 74 % über 4 Stunden) Bei der hohen Dosis entsprechend 400/300/200 mg alle 8 h. Clearance nach Cockcroft-Gault, bei Kindern nach Schwartz; engmaschig überwachen. Leberinsuffizienz: keine Anpassung nötig
Schwangerschaft & Stillzeit
Keine oder begrenzte Daten bei Schwangeren; Tierstudien ohne Hinweis auf Reproduktionstoxizität im therapeutischen Bereich. Als Vorsichtsmaßnahme in der Schwangerschaft vermeiden, außer der klinische Zustand verlangt ein Antibiotikum mit diesem Profil. Stillzeit: Übertritt in die Muttermilch nicht bekannt.
Halbwertszeit
ca. 2,5 h
Fachinformation öffnen ↗ Zuletzt aktualisiert: 12.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.