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Cefazolin

CefazolinKefzol®
Antibiotika – Cephalosporine
β-Lactam
Indikation
Schwere Infektionen durch Cefazolin-empfindliche Erreger (Erwachsene und Kinder ab 1 Monat): Atemwege, Harn- und Geschlechtswege, Gallenwege, Haut und Weichteile, Knochen und Gelenke, Septikämie, Endokarditis. Perioperative Prophylaxe
Dosierung
1–2 g/Tag i.v. oder i.m. in 2–3 Einzeldosen (alle 8–12 h) bei hochempfindlichen Erregern 3–4 g/Tag in 3–4 Einzeldosen (alle 6–8 h) bei weniger empfindlichen Erregern; bei schweren und lebensbedrohlichen Infektionen 6–12 g/Tag Kinder über 1 Monat: 25–50 mg/kg KG/Tag auf 3–4 Gaben, bei schweren Infektionen bis 100 mg/kg KG/Tag Perioperative Prophylaxe: 1 g i.v./i.m. 30–60 min vor Schnitt; bei Eingriffen ab 2 h zusätzlich 0,5–1 g intraoperativ; postoperativ 0,5–1 g alle 6–8 h über 24 h (bei besonderem Risiko bis 3–5 Tage)
Nebenwirkungen
Häufig (9) — ≥ 1/100 bis < 1/10
Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Erbrechen, Erythem, Pruritus, Urtikaria, Übelkeit
Gelegentlich (12) — ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Agranulozytose, Angioneurotisches Ödem, Arzneimittelfieber, Eosinophilie, Hämolytische Anämie, Leichte, vorübergehende Erhöhung der alkalischen Phosphatase, Leichte, vorübergehende Erhöhung von AST und ALT, Leukopenie, Neutropenie, Phlebitis, Thrombophlebitis, Thrombozytopenie
Selten (3) — ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Blutgerinnungsstörungen, Blutungen, Interstitielle Nephritis
Sehr selten (3) — < 1/10.000
Anaphylaktischer Schock, Cholestatischer Ikterus, Reversible Hepatitis
Nicht bekannt (11) — auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Kopfschmerzen, Kounis-Syndrom, Krämpfe, Myoklonien, Orale Candidiasis, Parästhesien, Pseudomembranöse Kolitis, Superinfektion oder Kolonisation mit resistenten Erregern, Vaginale Candidiasis, Vertigo, Zentralnervöse Erregungszustände
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Cefazolin oder andere Cephalosporine; frühere sofortige und/oder schwere Überempfindlichkeitsreaktion gegen Penicillin oder ein anderes Beta-Laktam-Antibiotikum
Wechselwirkungen
Bakteriostatische Antibiotika (Tetracycline, Sulfonamide, Erythromycin, Chloramphenicol): Antagonismus, gleichzeitige Gabe kontraindiziert. Probenecid: renale Clearance↓, nicht empfohlen. Orale Antikoagulanzien oder hohe Heparindosen: Gerinnungswerte überwachen. Nephrotoxische Substanzen (Aminoglykoside, Colistin, Polymyxin B, Furosemid): Nierenwerte überwachen. Vitamin K1: Metabolisierung kann beeinträchtigt sein, Substitution ggf. nötig
Wirkungsmechanismus
Cephalosporin der 1. Generation; hemmt die bakterielle Zellwandsynthese über Bindung an Penicillin-bindende Proteine. Schwerpunkt im grampositiven Bereich — Staphylococcus aureus (auch penicillinresistent, nicht MRSA) und Streptokokken; im gramnegativen Bereich E. coli, Klebsiella, P. mirabilis. Keine Wirkung gegen Pseudomonas, Enterokokken und Anaerobier
Dosierung bei Niereninsuffizienz
CrCl > 55 ml/min (Krea < 1,5 mg/dl): normale Dosis, Intervall unverändert CrCl 35–54 (Krea 1,6–3,0): normale Dosis, Intervall mindestens 8 h CrCl 11–34 (Krea 3,1–4,5): halbe Dosis, Intervall 12 h CrCl ≤ 10 (Krea ≥ 4,6): halbe Dosis, Intervall 18–24 h Hämodialyse: Schema nach den Bedingungen der Dialyse. Initialdosis immer voll geben
Schwangerschaft & Stillzeit
Beim Menschen nur unzureichende Erfahrungen; Anwendung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung, vor allem im ersten Trimenon. Stillzeit: Übertritt in geringer Konzentration in die Muttermilch; beim Säugling Sensibilisierung, veränderte Darmflora und Candida-Infektionen möglich — dann abstillen.
Halbwertszeit
ca. 1,4 h
Wirkstoffpeak (tmax)
i.m.: 30–75 min
Fachinformation öffnen ↗ Zuletzt aktualisiert: 12.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.