Carbamazepin
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Neurologie – Antiepileptika & Analgetika
Antiepileptikum
Indikation
Fokale Epilepsie, Trigeminusneuralgie (1. Wahl!), manische Episode (2. Wahl)
Dosierung
Start 100–200mg 1-0-1, Ziel 400–600mg 1-0-1; max. ~1600mg/d; Spiegelkontrolle (Ziel 4–12 µg/mL)
Nebenwirkungen
Sehr häufig (10)
— ≥ 1/10
Allergische Dermatitis, Ataxie, Erbrechen, Erhöhtes Gamma-GT, Ermüdung, Leukopenie, Schläfrigkeit, Schwindel, Urtikaria, Übelkeit
Häufig (10)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Appetitlosigkeit, Eosinophilie, Erhöhung der alkalischen Phosphatase, Flüssigkeitsretention, Gewichtszunahme, Hyponatriämie, Kopfschmerz, Mundtrockenheit, Thrombozytopenie, Ödeme
Gelegentlich (13)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Akkommodationsstörungen, Diarrhö, Doppeltsehen, Dystonie, Erhöhung der Transaminasen, Erythrodermie, Exfoliative Dermatitis, Flattertremor, Muskelzucken, Nystagmus, Obstipation, Tics, Verschwommenes Sehen
Selten (29)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Aggression, Agitiertheit, Anorexie, Bauchschmerzen, Choreoathetose, Depression, Dysarthrie, Folsäuremangel, Gelbsucht, Halluzinationen, Hepatitis, Hypertonie, Hypotonie, Leukozytose, Lymphadenopathie, Muskelschwäche, Neuropathie, Orofaziale Dyskinesien, Parese, Periphere Parästhesien, Pruritus, Rastlosigkeit, Störungen der Augenbewegungen, Syndrom der verschwindenden Gallenwege, Systemischer Lupus erythematodes, Unruhe, Verwirrtheit, Überempfindlichkeitsreaktionen, Überleitungsstörungen
Sehr selten (77)
— < 1/10.000
AV-Block, Abnormale Spermatogenese, Abnorme Schilddrüsenfunktionstests, Agranulozytose, Akne, Aktivierung latenter Psychosen, Akute allergische/anaphylaktische Reaktion, Akute generalisierte exanthemische Pustulose (AGEP), Akute intermittierende Porphyrie, Albuminurie, Alopezie, Angioödem, Aplastische Anämie, Aregenerative Anämie, Arrhythmien, Aseptische Meningitis mit Myoklonus und peripherer Eosinophilie, Beeinträchtigung der Fertilität des Mannes, Bradykardie, Dysgeusie, Dysurie, Erhöhte BUN-Werte/Azotämie, Erhöhte Cholesterinspiegel, Erhöhte Triglyceridspiegel, Erhöhter Augeninnendruck, Erhöhtes Serumprolaktin, Erythema exsudativum multiforme et nodosum, Galaktorrhoe, Gelenkschmerzen, Gingivitis, Glossitis, Granulomatöse Hepatitis, Gynäkomastie, Harnretention, Herzversagen, Hirsutismus, Hyperakusis, Hyperhidrosis, Hypoakusis, Hypogammaglobulinämie, Hämaturie, Hämolytische Anämie, Impotenz, Interstitielle Nephritis, Knochenstoffwechselstörungen, Konjunktivitis, Kreislaufkollaps, Leberversagen, Linsentrübung, Malignes neuroleptisches Syndrom, Megaloblastische Anämie, Miktionsstörungen, Muskelschmerzen oder -krämpfe, Nierenversagen, Oligurie, Pankreatitis, Panzytopenie, Photosensibilitätsreaktion, Pollakisurie, Porphyria cutanea tarda, Porphyria variegata, Proteinurie, Purpura, Retikulozytose, Retinopathie, Stevens-Johnson-Syndrom, Stomatitis, Thromboembolie, Thrombophlebitis, Tinnitus, Toxische epidermale Nekrolyse, Verminderte Libido, Verringerte Plasma-Calciumkonzentration, Verringerter 25-Hydroxy-Cholecalciferol-Spiegel, Verschlechterung der koronaren Herzkrankheit, Veränderung der Tonwahrnehmung, Änderungen in der Pigmentierung, Überempfindlichkeitsreaktionen der Lungen
Nicht bekannt (16)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Erhöhtes Homocystein, Erinnerungsvermögen eingeschränkt, Exazerbation von multipler Sklerose, Frakturen, Hyperammonämie, Knochenmarkdepression, Kolitis, Lichenoide Keratose, Onychomadesis, Reaktivierung der Infektion mit dem humanen Herpesvirus 6, Sedierung, Sturz, Verminderte Knochendichte, Verringerter Folsäure-Spiegel, Verringerter Vitamin-B12-Spiegel
Kontraindikationen
AV-Block, Knochenmarksdepression, hepatische Porphyrie, gleichzeitig MAO-Hemmer oder Voriconazol (HLA-B*1502-Screening vor Therapie bei Han-Chinesen/Thailändern – SJS-Risiko!)
Wechselwirkungen
Starker CYP-Induktor! Orale Kontrazeptiva (Versagen!), Warfarin (INR↓), Statine, Azol-Antimykotika (alle Spiegel↓); MAO-Hemmer; Lithium (Neurotoxizität); Valproat
Wirkungsmechanismus
Natriumkanal-Blocker (use-dependent); stabilisiert inaktivierten Zustand → neuronale Entladungsfrequenz↓ → antiepileptisch, antineuralgisch
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Keine spezifische Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz (überwiegend hepatische Metabolisierung); Spiegelkontrolle
Schwangerschaft & Stillzeit
Nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung, möglichst Monotherapie in niedrigster wirksamer Dosis (Spiegel 3–7 µg/ml). Erhöhtes Fehlbildungsrisiko (u.a. Spina bifida ~1 %, kraniofaziale Dysmorphien). Folsäure prä-/perikonzeptionell, Vitamin K1 spät. Nicht eigenmächtig absetzen (Anfallsrisiko). Stillzeit: möglich, Säugling auf Sedierung/Trinkschwäche beobachten.
Halbwertszeit
Einzeldosis: ca. 36 h
wiederholte Gabe: ca. 16–24 h (Autoinduktion)
Wirkstoffpeak (tmax)
oral (Suspension): innerhalb 2 h
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Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.