Atropin
Atropin®Ryjunea
Akutmedizin / Notfallmedikamente
Anticholinergikum
Indikation
Bradykardie (symptomatisch), Organophosphat-Vergiftung, Prämedikation Anästhesie
Dosierung
Sinusbradykardie: 0,5mg i.v. alle 2-5 min bis die gewünschte Herzfrequenz erreicht ist
AV-Block: 0,5mg i.v. alle 3-5 min (maximal 3mg)
Organophosphat-Vergiftung: 0,5-2mg i.v., nach 5 min wiederholen, dann alle 10–15 min bis die Symptome verschwinden
Narkoseprämedikation: 0,3-0,6mg i.v.
Nebenwirkungen
Sehr häufig (20)
— ≥ 1/10
Akkommodationshemmung, Anhidrose, Durst, Erbrechen, Geschmacksverlust, Hautausschlag, Hemmung der Magensäure-Sekretion, Mundtrockenheit, Mydriasis, Obstipation, Parasympathische Hemmung des Magen-Darm-Trakts, Photophobie, Reflux, Schwierigkeiten beim Schlucken und Sprechen, Sehstörungen, Urtikaria, Verminderte Bronchialsekretion, Verschwommenes Sehen, Völlegefühl, Übelkeit
Häufig (11)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Erregtheit, Flush, Halluzinationen, Harnretention, Hemmung der parasympathischen Steuerung der Harnblase, Herzrhythmusstörungen, Hyperthermie, Koordinationsstörungen, Tachykardie, Verwirrtheit, Vorübergehende Exazerbation der Bradykardie
Gelegentlich (1)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Psychotische Reaktionen
Selten (3)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Allergische Reaktionen, Anfall, Benommenheit
Sehr selten (5)
— < 1/10.000
Anaphylaxie, Angina pectoris, Atriale Arrhythmien, Hypertensive Krise, Kammerflimmern
Nicht bekannt (4)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Ataxie, Kopfschmerzen, Schlafstörung, Unruhe
Kontraindikationen
bei lebensbedrohlichen Notfällen keine Kontraindikationen!
Bei nicht lebensbedrohlichen Situationen: Engwinkelglaukom, Achalasie der Speiseröhre, paralytischer Ileus, toxisches Megakolon, Risiko einer Harnretention aufgrund einer Prostata- oder Harnröhrenerkrankung
Wechselwirkungen
Anticholinergika (additiv); Antihistaminika, Phenothiazine; Metoclopramid (Antagonismus); Digoxin (Tachykardie)
Wirkungsmechanismus
Kompetitiver Antagonist an muskarinischen Acetylcholin-Rezeptoren (M1–M3) → Herzfrequenz↑, Bronchodilatation, Sekretion↓, Mydriasis
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Vorsicht bei Nieren- und Leberfunktionsstörung sowie bei älteren Patienten
Schwangerschaft & Stillzeit
Begrenzte Daten ohne Hinweis auf schädliche Wirkungen, plazentagängig; i.v.-Gabe kann fetale und maternale Tachykardie auslösen — nicht empfohlen außer eindeutig erforderlich (im Notfall anwendbar). Stillzeit: geringer Milchübergang, Säuglinge empfindlich, kann Milchproduktion hemmen — Abstillen vs. Absetzen abwägen.
Halbwertszeit
ca. 2–5 h
Wirkstoffpeak (tmax)
i.m.: innerhalb von 30 min
Wirkmaximum: i.v. nach 2–4 min, i.m. nach 1 h
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Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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wird keine Haftung übernommen. Im Zweifelsfall sind stets aktuelle Fachinformationen,
Leitlinien und medizinische Fachkräfte zu konsultieren.
Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.