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Argatroban

ArgatraArgatra MultidoseArgatroban Accord
Antikoagulation
Antikoagulans
Indikation
Antikoagulation bei erwachsenen Patienten mit heparininduzierter Thrombozytopenie Typ II (HIT-II), die eine parenterale antithrombotische Therapie benötigen
Dosierung
Gebrauchsfertig 1mg/ml (50mg/50ml) — nicht verdünnen. Start 2µg/kg/min i.v. bei normaler Leberfunktion; 0,5µg/kg/min bei Child-Pugh B, kritisch Kranken und nach Herzoperation. Max. 10µg/kg/min, Behandlungsdauer max. 14 Tage. Steuerung nach aPTT (Ziel 1,5–3× Ausgangswert, höchstens 100s), erste Kontrolle 2h nach Beginn, danach mind. 1×tgl
Nebenwirkungen
Häufig (5) — ≥ 1/100 bis < 1/10
Anämie, Blutung, Nausea, Purpura, Tiefe Venenthrombose
Gelegentlich (76) — ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Abnorme Leberfunktion, Alaninaminotransferase erhöht, Alkalische Phosphatase im Blut erhöht, Alopezie, Appetitverlust, Aspartataminotransferase erhöht, Ausschlag, Bullöse Dermatitis, Diarrhö, Dysphagie, Dyspnoe, Erbrechen, Gastritis, Gastrointestinale Blutung, Harnwegsinfekt, Hauterkrankungen, Hepatomegalie, Herzstillstand, Hyperbilirubinämie, Hypertonie, Hypoglykämie, Hyponatriämie, Hypotonie, Hypoxie, Hämaturie, Ikterus, Infektion, Koagulopathie, Kopfschmerzen, Lactatdehydrogenase im Blut erhöht, Leberversagen, Leukopenie, Lungenblutung, Lungenembolie, Muskelhypotonie, Muskelschmerzen, Muskelschwäche, Myokardinfarkt, Müdigkeit, Niereninsuffizienz, Oberflächliche Thrombophlebitis des Beins, Obstipation, Perikarderguss, Periphere Embolie, Periphere Ischämie, Peripheres Ödem, Phlebitis, Pleuraerguss, Pyrexie, Reaktionen an der Anwendungsstelle, Reaktionen an der Einstichstelle, Schlaganfall, Schluckauf, Schmerzen, Schock, Schwindel, Sehstörungen, Senkung der Gerinnungsfaktoren, Senkung des Prothrombinkomplexspiegels, Sprachstörungen, Supraventrikuläre Arrhythmie, Synkope, Tachykardie, Taubheit, Teerstuhl, Thrombophlebitis, Thrombose, Thrombozytopenie, Urtikaria, Ventrikuläre Tachykardie, Verlängerung der Koagulationszeit, Verstärktes Schwitzen, Verwirrungszustand, Vorhofflimmern, Wundsekretion, Zungenfunktionsstörungen
Nicht bekannt (1) — auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Intrazerebrale Blutung
Kontraindikationen
Unkontrollierbare Blutung; Überempfindlichkeit gegen Argatroban oder sonstige Bestandteile; schwere Leberfunktionsstörung
Wechselwirkungen
Thrombozytenaggregationshemmer, Thrombolytika und andere Antikoagulanzien ↑Blutungsrisiko. Mit Cumarinen additiver Effekt auf den INR (Quick-Typ) — Umstellung nach definiertem Schema, Überlappung mind. 5 Tage. Alle parenteralen Antikoagulanzien vor Beginn absetzen, nach Heparin 1–2h Abstand.
Wirkungsmechanismus
Direkter, reversibler Thrombininhibitor (L-Arginin-Derivat). Wirkt Antithrombin-III-unabhängig, hemmt freies und fibringebundenes Thrombin; keine Kreuzreaktion mit heparininduzierten Antikörpern.
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Niereninsuffizienz: keine Anpassung der Anfangsdosis nötig. Hämodialyse: Bolus 250µg/kg, dann 2µg/kg/min, Stopp 1h vor Ende. Leberfunktionsstörung Child-Pugh B: Start 0,5µg/kg/min (Clearance auf 26% reduziert); schwere Leberfunktionsstörung kontraindiziert.
Schwangerschaft & Stillzeit
Schwangerschaft: unzureichende Daten; erhöhtes Blutungsrisiko kann ein Risiko darstellen — nur anwenden, wenn eindeutig notwendig. Stillzeit: keine Humandaten; im Tierversuch reichert sich die Radioaktivität in der Milch stärker an als im mütterlichen Blut — Nutzen-Risiko-Abwägung zwischen Abstillen und Therapieverzicht.
Halbwertszeit
ca. 52 min
Fachinformation öffnen ↗ Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.