Amitriptylin
Saroten®
Psychiatrie – Antidepressiva
TZA
Indikation
Depression (Major Depression); neuropathischer Schmerz; Prophylaxe chron. Spannungskopfschmerz & Migräne; Enuresis nocturna (Kinder ≥6 J., Reserve)
Dosierung
Depression: Start 25mg 2x/d, schrittweise ↑; max 150mg/d (ältere/kardial 100–150mg); Schmerz/Migräne: 10–75mg zur Nacht; einschleichen!
Nebenwirkungen
Sehr häufig (17)
— ≥ 1/10
Aggression, Akkommodationsstörung, Benommenheit, Gewicht erhöht, Herzklopfen, Hyperhidrosis, Kopfschmerz, Mundtrockenheit, Obstipation, Orthostatische Hypotonie, Schläfrigkeit, Schwindel, Sprachstörung (Dysarthrie), Tachykardie, Tremor, Verstopfte Nase, Übelkeit
Häufig (18)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Agitiertheit, Ataxie, Atrioventrikulärer Block, Aufmerksamkeitsstörungen, Durstgefühl, Elektrokardiogramm QRS-Komplex verlängert, Elektrokardiogramm QT verlängert, Elektrokardiogramm abnorm, Erektionsstörung, Geschmacksstörung, Hyponatriämie, Libido vermindert, Mydriasis, Müdigkeit, Parästhesie, Schenkelblock, Störungen bei der Harnblasenentleerung, Verwirrtheit
Gelegentlich (20)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Alptraum, Angst, Ausschlag, Diarrhoe, Erbrechen, Galaktorrhoe, Gesichtsödem, Harnretention, Hypertonie, Hypomanie, Intraokulärer Druck erhöht, Kollaps, Konvulsion, Manie, Schlaflosigkeit, Störung der Leber, Tinnitus, Urtikaria, Verschlechterung einer Herzinsuffizienz, Zungenödem
Selten (22)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Agranulozytose, Alkalische Phosphatase im Blut erhöht, Alopezie, Arrhythmie, Delirium, Eosinophilie, Fieber, Gewichtsabnahme, Gynäkomastie, Halluzination, Ikterus, Knochenmarkdepression, Leberfunktionstest anomal, Leukopenie, Lichtempfindlichkeitsreaktion, Paralytischer Ileus, Suizidale Gedanken, Suizidales Verhalten, Thrombozytopenie, Transaminasen erhöht, Vergrößerung der Speicheldrüse, Verminderter Appetit
Sehr selten (8)
— < 1/10.000
Akathisie, Akutes Glaukom, Allergische Entzündung der Alveolen, Alveolitis, Kardiomyopathien, Löffler-Syndrom, Polyneuropathie, Torsades de Pointes
Nicht bekannt (10)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Anorexie, Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Erhöhung oder Absenken des Blutzuckerspiegels, Extrapyramidale Störungen, Hepatitis, Hypersensitivitätsmyokarditis, Hyperthermie, Paranoia, Serotonin-Syndrom, Trockenes Auge
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit; frischer Herzinfarkt; Herzblock/Arrhythmie/Koronarinsuffizienz; schwere Lebererkrankung; MAO-Hemmer (14 Tage Abstand); Kinder <6 J.
Wechselwirkungen
MAO-Hemmer (kontraindiziert!); QT-verlängernde Mittel; Anticholinergika (additive NW); CYP2D6-Hemmer (Spiegel↑, z.B. Fluoxetin/Paroxetin/Bupropion); Anästhetika (Arrhythmie↑)
Wirkungsmechanismus
Trizyklisches Antidepressivum; hemmt Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme + anticholinerg, antihistaminerg, α1-blockierend → antidepressiv, analgetisch, sedierend
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Bei Niereninsuffizienz übliche Dosierung möglich
Schwangerschaft & Stillzeit
Begrenzte Daten, im Tierversuch reproduktionstoxisch — in der Schwangerschaft nicht empfohlen, außer eindeutig erforderlich nach Nutzen-Risiko-Abwägung. Bei Langzeit-/Spätanwendung neonatale Entzugssymptome (Reizbarkeit, Hypertonus, Tremor, unregelmäßige Atmung, Trinkschwäche, anticholinerge Symptome). Stillzeit: geht in geringen Mengen über (ca. 2 % der gewichtsbezogenen Dosis) — Nutzen-Risiko-Entscheidung.
Halbwertszeit
ca. 25 h
Wirkstoffpeak (tmax)
oral: ca. 4 h
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Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.