Amiodaron
Amiodaron®Sedacoron
Kardiologie – weitere Substanzen
Antiarrhythmikum
Indikation
AV-junktionale Tachykardien
supraventrikuläre Tachykardien bei WPW-Syndrom
paroxysmales Vorhofflimmern
Reanimation (VF/pulslose VT)
Dosierung
Sättigungsdosis: 200mg 1-1-1 für 8-10 Tage
Erhaltungsdosis: 200mg 1-0-0 für 5 Tage pro Woche
Reanimation: 300mg Bolus i.v.
Nebenwirkungen
Sehr häufig (13)
— ≥ 1/10
Erbrechen, Erhöhung des Ammoniums, Erhöhung des Bilirubins, Erythem, Farbhöfe um Lichtquellen, Geschmacksveränderungen, Hautausschlag, Isolierte Erhöhung der Serumtransaminasen, Mikroablagerungen an der Hornhaut (Cornea verticillata), Photosensibilisierung, Schleiersehen, Sehstörungen, Übelkeit
Häufig (39)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Akute Hepatitis, Albträume, Allergische Reaktionen, Alveoläre Pneumonie, Atypische Pneumonien, Bradykardie, Bronchiolitis obliterans mit Pneumonie (BOOP), Bronchospasmus, Cholestatischer Ikterus, Depression, Dyspnoe, Ekzem, Exanthem, Extrapyramidaler Tremor, Fieber, Gesichtsrötung, Gewichtsverlust, Husten, Hyperpigmentierung (Pseudozyanose), Hypersensitivitäts-Pneumonitis, Hyperthyreose, Hypothyreose, Hypoxie, Hämoptyse, Interstitielle Pneumonie, Leberversagen, Lungenfibrose, Lungenfunktionseinschränkungen, Lungentoxizität, Malaise, Muskelschwäche, Obstipation, Pleuritis, Röntgenologisch verifizierbare Infiltrate, Schlafstörungen, Schwächegefühl, Urtikaria, Verminderte Libido, Verwirrtheit
Gelegentlich (17)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
AV-Block, Anorexie, Asystolie, Bauchschmerzen, Herzstillstand, Koordinationsstörungen, Mundtrockenheit, Myopathien, Müdigkeit, Parästhesien, Periphere sensorische Neuropathien, Proarrhythmische Wirkungen, SA-Block, Schocklunge (ARDS), Schwindel, Völlegefühl, Überleitungsstörungen
Selten (2)
— ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Verschlechterung einer Psoriasis, Vorübergehend eingeschränkte Nierenfunktion
Sehr selten (29)
— < 1/10.000
Alopezie, Aplastische Anämie, Ausgeprägte Bradykardie, Bronchospasmus bei schwerer respiratorischer Insuffizienz, Chronische Leberkrankheiten, Epididymitis, Erhöhung des Serumkreatinins, Erythema nodosum, Erythembildung unter Strahlentherapie, Exfoliative Dermatitis, Granulome, Hämolytische Anämie, Impotenz, Knochenmarksgranulome, Kopfschmerzen, Leberzirrhose, Myopathie, Optikusneuritis, Optische Neuropathie, Permanente Blindheit, Proximale Muskelschwäche, Pseudotumor cerebri, Rhabdomyolyse, Sinusknotenstillstand, Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH), Thrombozytopenie, Vaskulitis, Wenig spezifische Exantheme, Zerebrale Ataxie
Nicht bekannt (22)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Agranulozytose, Akute Pankreatitis, Anaphylaktische Reaktionen, Anaphylaktischer Schock, Angioneurotisches Ödem (Quincke-Ödem), Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Bullöse Dermatitis, Delirium, Halluzinationen, Kammerflattern, Kammerflimmern, Lungenblutung, Lupus-ähnliches Syndrom, Neutropenie, Parkinsonismus, Parosmie, Primäre Transplantatdysfunktion nach Herztransplantation, Schwere Hautreaktionen, Stevens-Johnson-Syndrom, Torsade de pointes, Toxisch epidermale Nekrolyse, Verminderter Appetit
Kontraindikationen
Sinus-Bradykardie, SA-Block, AV-Block, Schilddrüsenerkrankungen (relative KI), Schwangerschaft, Jodallergie
Wechselwirkungen
Warfarin (INR↑↑ — Dosis 30-50% reduzieren!); Digoxin (Spiegel↑↑!); Statine (Myopathie!); QT-verlängernde Mittel (kontraindiziert!); Betablocker, Verapamil (Bradykardie, AV-Block)
Wirkungsmechanismus
Klasse-III-Antiarrhythmikum; blockiert K⁺-Kanäle (verlängert Repolarisation) + Na⁺-, Ca²⁺-Kanäle + β-Adrenorezeptoren → Herzfrequenz↓, Leitungsgeschwindigkeit↓
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Keine Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz (überwiegend hepatische/biliäre Elimination)
Schwangerschaft & Stillzeit
In der Schwangerschaft kontraindiziert außer eindeutig erforderlich; iodhaltig, plazentagängig — häufig neonatale Schilddrüsenstörungen (Hypothyreose ~10 %), Bradykardie, QT-Verlängerung, Frühgeburt. Wegen langer Halbwertszeit Schwangerschaft erst ½ Jahr nach Therapieende. Stillzeit: Milchübergang — kontraindiziert.
Halbwertszeit
14–107 Tage (terminal, meist 40–55 Tage)
aktiver Metabolit Desethylamiodaron: ca. 61 Tage
Wirkstoffpeak (tmax)
Wirkmaximum i.v.: 15 min
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Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Leitlinien und medizinische Fachkräfte zu konsultieren.
Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.