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Amikacin

AmikacinARIKAYCE liposomal
Antibiotika – Aminoglykoside
Aminoglykosid
Indikation
Schwere Infektionen durch Amikacin-empfindliche Erreger, wenn weniger toxische Antibiotika nicht wirksam sind: nosokomiale Infektionen der unteren Atemwege einschließlich schwerer Pneumonien, intraabdominelle Infektionen einschließlich Peritonitis, komplizierte und rezidivierende Harnwegsinfektionen, Haut- und Weichgewebeinfektionen (auch infizierte Brandwunden), bakterielle Endokarditis, postoperative intraabdominelle Infektionen, zugehörige Bakteriämie. Meist in Kombination mit einem weiteren Antibiotikum
Dosierung
15 mg/kg KG i.v. pro Tag — als Einmalgabe oder 7,5 mg/kg alle 12 h; Tagesdosis höchstens 1,5 g (Erwachsene, Jugendliche und Kinder über 12 Jahre bzw. über 33 kg) Bei Endokarditis und febriler Neutropenie zweimal täglich geben — für die Einmalgabe fehlen dort die Daten Kinder von 4 Wochen bis 12 Jahre: 15–20 mg/kg/Tag als Einmalgabe oder 7,5 mg/kg alle 12 h · Neugeborene: 10 mg/kg als Initialdosis, dann 7,5 mg/kg alle 12 h · Frühgeborene: 7,5 mg/kg alle 12 h Behandlungsdauer auf 7–10 Tage begrenzen. Über 10 Tage hinaus nur unter Überwachung von Serumspiegel, Nierenfunktion, Gehör und Gleichgewichtssinn Spiegel: Spitzen über 35 µg/ml (30–90 min nach Infusion) und Talspiegel über 10 µg/ml vermeiden
Nebenwirkungen
Gelegentlich (7) — ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Erbrechen, Hautausschlag, Schwindelgefühl, Schädigung der Nierentubuli, Superinfektion oder Kolonisierung mit resistenten Erregern, Vertigo, Übelkeit
Selten (23) — ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000
Albuminurie, Anämie, Arthralgie, Azotämie, Eosinophilie, Erblindung nach intravitrealer Anwendung, Erhöhtes Serumkreatinin, Erythrozyten im Urin, Gleichgewichtsstörungen, Hypakusis, Hypomagnesiämie, Hypotonie, Juckreiz, Kopfschmerzen, Leukozyten im Urin, Muskelzucken, Netzhautinfarkt nach intravitrealer Anwendung, Oligurie, Parästhesien, Pyrexie, Tinnitus, Tremor, Urtikaria
Sehr selten (1) — < 1/10.000
Atemlähmung
Nicht bekannt (9) — auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Akutes Nierenversagen, Anaphylaktische Reaktionen einschließlich anaphylaktischem Schock und anaphylaktoider Reaktion, Apnoe, Bronchospasmus, Lähmung, Neurosensorische Taubheit, Taubheit, Toxische Nephropathie, Zellen im Urin
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Amikacin, andere Aminoglykoside oder sonstige Bestandteile. Frühere Überempfindlichkeit oder schwere toxische Reaktionen auf Aminoglykoside sprechen wegen der Kreuzallergie gegen die ganze Klasse
Wechselwirkungen
Additive Toxizität mit anderen neuro-, oto- oder nephrotoxischen Substanzen — gleichzeitige oder aufeinanderfolgende Gabe vermeiden: andere Aminoglykoside, Bacitracin, Amphotericin B, bestimmte Cephalosporine, Vancomycin, Polymyxine (Polymyxin B, Colistin), platinhaltige Zytostatika (Cisplatin, Carboplatin, Oxaliplatin), Ciclosporin, Tacrolimus sowie schnell wirkende Diuretika (Furosemid, Etacrynsäure). Methoxyfluran-Anästhesie erhöht das Risiko. Beta-Laktame können die Serumaktivität mindern — nicht in derselben Infusion mischen
Wirkungsmechanismus
Halbsynthetisches Aminoglykosid, abgeleitet von Kanamycin. Bindet an die 30S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms, stört die Translation — bakterizid und konzentrationsabhängig, mit ausgeprägtem postantibiotischem Effekt (daher die Einmalgabe). Durch die Acylierung stabiler gegenüber aminoglykosidmodifizierenden Enzymen als Gentamicin und Tobramycin — Reserve bei entsprechend resistenten gramnegativen Erregern. Keine Wirkung gegen Anaerobier und im sauren, sauerstoffarmen Milieu. ATC J01GB06
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Nierenfunktion vor und regelmäßig während der Behandlung beurteilen (Serum-Kreatinin oder Kreatinin-Clearance). CrCl ≥ 60 ml/min: normale Dosierung. Zwei Wege bei eingeschränkter Funktion: · Intervall verlängern — Dosierungsintervall in Stunden = Serum-Kreatinin (mg/dl) × 9, bei gleichbleibender Einzeldosis von 7,5 mg/kg · oder Dosis reduzieren — normale Dosis geteilt durch den Serum-Kreatininwert Hämodialyse: Amikacin ist gut dialysierbar (über 90 % in 4 Stunden). Anurische Patienten erhalten die normale Initialdosis von 7,5 mg/kg, nach jeder Dialyse 2,5–3,75 mg/kg. Peritonealdialyse entfernt nur etwa 30 % in 12 Stunden. Spiegelkontrolle ist bei Niereninsuffizienz zwingend
Schwangerschaft & Stillzeit
Nur eingeschränkte Daten. Aminoglykoside passieren die Plazenta und können den Fetus schädigen; für Streptomycin sind Fälle vollständiger, irreversibler beidseitiger angeborener Taubheit berichtet. Anwendung in der Schwangerschaft nur nach Aufklärung über das Risiko für das ungeborene Kind. Stillzeit: Übertritt in die Muttermilch in geringen Mengen.
Halbwertszeit
2,2–2,4 h
Wirkstoffpeak (tmax)
i.v.: 1–2 h nach Infusion
Fachinformation öffnen ↗ Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.