Adenosin
Adenosin
Akutmedizin / Notfallmedikamente
Antiarrhythmikum
Indikation
Akuttherapie paroxysmale SVT (Konversion in Sinusrhythmus, inkl. WPW); diagnostisch bei Breit-/Schmalkomplextachykardie
Dosierung
3mg schneller i.v.-Bolus (über 2s, körpernah + NaCl-Flush), bei Erfolglosigkeit nach 1–2 min 6mg, dann 12mg; nicht höher.
Kinder 0,1mg/kg (max. 12mg)
Nebenwirkungen
Sehr häufig (12)
— ≥ 1/10
Atriale Extrasystolen, Atrioventrikulärer Block, Aussetzen des Herzschlags, Bradykardie, Druckgefühl/Schmerzen in der Brust, Dyspnoe, Erröten, Gefühl der Einengung in der Brust, Nicht anhaltende ventrikuläre Tachykardie, Sinusarrest, Ventrikuläre Erregbarkeitsstörungen, Ventrikuläre Extrasystolen
Häufig (6)
— ≥ 1/100 bis < 1/10
Angst, Benommenheit, Brennendes Gefühl, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit
Gelegentlich (10)
— ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Druckgefühl im Kopf, Gefühl des allgemeinen Unwohlseins, Herzklopfen, Hyperventilieren, Metallischer Geschmack, Schmerzen, Schwitzen, Schwäche, Sinustachykardie, Verschwommenes Sehen
Sehr selten (7)
— < 1/10.000
Bronchospasmen, Kammerflimmern, Kurzzeitige Verschlechterung intrakranieller Hypertonie, Nicht mit Atropin korrigierte schwere Bradykardie, Reaktionen an der Einstichstelle, Torsade de Pointes, Vorhofflimmern
Nicht bekannt (17)
— auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Anaphylaktische Reaktion, Angioödem, Asystolie, Atemlähmung, Atemstillstand, Atemversagen, Bewusstseinsverlust, Erbrechen, Hautausschlag, Hautreaktionen, Herzstillstand, Hypotonie, Koronararterienspasmus, Krampfanfälle, Myokardinfarkt, Synkope, Urtikaria
Kontraindikationen
Sick-Sinus-Syndrom, AV-Block II/III (ohne Schrittmacher), Asthma/COPD mit Bronchospasmus, langes QT-Syndrom, schwere Hypotonie, dekompensierte Herzinsuffizienz
Wechselwirkungen
Dipyridamol (verstärkt Adenosin 4-fach → Asystoliegefahr!); Theophyllin/Aminophyllin (antagonisiert)
Wirkungsmechanismus
Adenosin-A1-Rezeptor-Agonist am AV-Knoten → kurzzeitige AV-Leitungsblockade → unterbricht Reentry-Tachykardien; extrem kurze HWZ (Sekunden)
Dosierung bei Niereninsuffizienz
Keine Dosisanpassung (kein renaler/hepatischer Abbau)
Schwangerschaft & Stillzeit
Keine tierexperimentellen/hinreichenden Humandaten — darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden außer eindeutig erforderlich (bei vital bedrohlicher supraventrikulärer Tachykardie einsetzbar). Stillzeit: keine Daten, nicht anwenden — bei eindeutiger Erforderlichkeit abstillen (sehr kurze Halbwertszeit).
Halbwertszeit
< 10 s (in vitro geschätzt), in vivo noch kürzer
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Zuletzt aktualisiert: 15.09.2026
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Quelle: Fachinformation, abrufbar über das Arzneispezialitätenregister
des BASG. Wirkmechanismus und Dosierung bei Niereninsuffizienz sind redaktionelle
Zusammenfassungen. Redaktion: Dr. Maximilian Raidl.